Trotz Dschungelcamp holt der Tatort den Tagessieg

Da runter? Peter Faber (Jörg Hartmann) steht im Dortmund-Tatort "Auf ewig Dein" am Abgrund.

Da runter? Peter Faber (Jörg Hartmann) steht im Dortmund-Tatort "Auf ewig Dein" am Abgrund. © WDR/Thomas Kost

03.02.2014 · von Tobias Frauen

Wieder mal ein lockerer Tagessieg für den Tatort: 8,77 Millionen Zuschauer (22,8%) schalteten "Auf ewig Dein" ein, damit lag der Tatort in der Gesamtwertung mal wieder vorne. Bei den 14- bis 49-Jährigen kam der Dortmund-Krimi hingegen nur auf 2,76 Millionen und 17,8%, dort lag der Dschungelcamp-Nachklapp bei RTL vorne.

Damit konnte der vierte Fall des Dortmunder Teams jedoch nicht ganz an die sehr guten Quoten der Vorwochen anknüpfen, obwohl die Kritiken im Vorfeld fast durchgängig positiv waren. Kommissar Peter Faber ist alles andere als ein Wohlfühl-Kommissar, und für einige Stamm-Zuschauer daher ein rotes Tuch. Sein Umgang mit Kollegen und Verdächtigen ist manchmal nur schwer zu ertragen. Statt der üblichen "Wo waren Sie gestern abend?"-Fragerei geht Faber vollkommen schambefreit auf Konfrontation. Doch im vierten Fall "Auf ewig Dein" läuft Hartmann zur Höchstform auf.

Nachdem die persönliche Geschichte des angeschlagenen Kommissars (Frau und Tochter tot, anonyme Drohungen) in den ersten Tatorten etabliert wurden und einen Hintergrund zu den eigentlichen Fällen bildeten, liefen nun die Fäden zusammen. Dass der Mädchen-Mörder auch Fabers Erpresser ist, machte diesen Tatort zu einem packenden Psycho-Duell. Dabei konnte Jörg Hartmann seinen Peter Faber erstmals in seinem vollen Facettenreichtum darstellen - der Psychopath wurde plötzlich menschlich und sympathisch. Ein Teil des Geheimnisses um Faber ist nun aufgeklärt, den Mörder seiner Familie sucht der Kommissar aber weiterhin.

Der Tatort greift das Prinzip erfolgreicher US-Serien auf

Der Dortmunder Tatort beschreitet damit einen Weg, der in der Tatort-Landschaft bislang allenfalls angedeutet wurde. Die einzelnen Folgen bauen massiv aufeinander auf, man muss zumindest eine Ahnung der bisherigen Handlung haben, um die neuesten Schritte zu verstehen. Diese horizontale Erzählweise liegt auch den meisten erfolgreichen US-Serien zugrunde. Bisher waren allenfalls sanfte Andeutungen einer Veränderung im Tatort üblich, etwa Freddy Schenks Familien-Geschichten. Ansonsten verharren die meisten Ermittler seit teilweise über 20 Jahren im gleichen Status - spannend sind hier nur die Fälle.

Neben Fabers Vergangenheit gibt es in Dortmund noch Martina Bönisch (Anna Schudt) und ihre unglücklich Ehe samt Callboy-Abenteuern sowie die Liebelei zwischen den Assistenten Nora Dalay (Aylin Tezel) und Daniel Kossik (Stefan Konarske). Doch dass auch diese beiden Erzählstränge mit einer kruden Koks-Story und einer ungewollten Schwangerschaft vorangetrieben wurden, war unterm Strich dann doch ein bisschen viel. "Auf ewig Dein" lässt den Zuschauer mit einem ähnlichen Gefühl wie eine gute Serie zurück: Man lechzt nach der nächsten Folge!

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