Tatort Stuttgart: Der Todesengel trägt lila

Tatort aus Stuttgart: Hat Pflegerin Anne (Katharina Marie Schubert) gezielt bettlägerige Patienten ermordet?

Tatort aus Stuttgart: Hat Pflegerin Anne (Katharina Marie Schubert) gezielt bettlägerige Patienten ermordet? © SWR/Maor Waisburd

17.05.2019 · von Tobias Frauen

Kann sich noch jemand an den letzten richtig schlechten Tatort aus Stuttgart erinnern? Vermutlich nicht, denn Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) stehen seit Jahren für eine herausragende Qualität bei ihren Filmen. Auch der neue Fall "Anne und der Tod" macht da keine Ausnahme, trotz des schwierigen Themas Altenpflege und Sterbehilfe. Der Film zeigt eine Facette, die durchaus als Tabuthema bezeichnet werden kann. Und damit ist nicht das gemeint, was eine junge Ärztin im Film so formuliert: "Wenn auf jedem Grab eines Mordopfers eine Kerze brennen würde, wären unsere Friedhöfe nachts hell erleuchtet."

Darum geht's im Tatort "Anne und der Tod"

Paul Fuchs (Harry Täschner) war alt, bettlägerig, pflegebedürftig. Trotzdem war sein Tod nicht unmittelbar zu erwarten. Seine Hausärztin Dr. Maxi Schäfle (Julia Schäfle) hält eine Tötung für möglich und benachrichtigt die Polizei, die den Fall jedoch zu den Akten legt, weil es keinen Beweis gibt.

Auch Christian Hinderer (Christoph Bantzer) war alt, bettlägerig, pflegebedürftig. Als er am Fuß einer Treppe tot gefunden wird, beschuldigt seine Witwe Gundula (Marie Anne Fliegel) die Altenpflegerin Anne Werner (Katharina Marie Schubert), ihn hinuntergestoßen zu haben. Wieder werden Lannert und Bootz gerufen. Wieder lässt sich kein Beweis finden.

Diesmal stellen sie die Ermittlungen aber nicht ein, denn auch Paul Fuchs war ein Patient von Anne Werner. Hat die Pflegerin den Leiden der alten Leute aus eigenem Antrieb ein Ende bereitet? Wurde sie um Sterbehilfe gebeten? Die Kommissare durchleuchten das gesamte Leben der Altenpflegerin und befragen sie immer wieder, obwohl sie nachdrücklich alles abstreitet.

Lohnt sich das Einschalten beim Tatort?

Auf jeden Fall. Die Geschichte in "Anne und der Tod" ist spannend, hat eine ziemlich unerwartete Wendung und gewährt tatsächlich interessante, sicher nicht jedem geläufige Einblicke in den Bereich der häuslichen Pflege - und das ganz ohne Zeigefinger oder gezielten Druck auf die Tränendrüse. Auch etwas, was den Stuttgartern im Gegensatz zu vielen anderen Tatorten immer wieder sehr gut gelingt.

Besonders hervorzuheben ist Episodenhauptdarstellerin Katharina Marie Schubert, die die liebens- und vertrauenswürdige, zugleich aber auch verdächtige und lügende Altenpflegerin Anne faszinierend vielschichtig verkörpert. Highlights sind dabei die vielen kammerspielartigen Szenen. "Das bedeutet vier Minuten ungestört spielen zu können. Ohne auf irgendetwas anderes als meine Kollegen achten zu müssen. Das ist die größte Freude!", schwärmt umgekehrt auch Schubert im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news von solchen Szenen wie in diesem Tatort.

(mit Material von Spot On News)

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