Tatort Münster ist wieder spitze

Boerne läuft Sänger Roman König (Roland Kaiser) im Hotel über den Weg.

Boerne läuft Sänger Roman König (Roland Kaiser) im Hotel über den Weg. © WDR/Martin Menke

25.03.2013 · von Tim Sievers

Boerne und Thiel haben es geschafft: nachdem die Top-Zuschauerquote beim Tatort vor zwei Wochen an Nick Tschiller (Til Schweiger) aus Hamburg abgegeben werden musste, haben sich die beiden Münsteraner Ermittler die Krone zurückerobert. 12,81 Millionen Zuschauer (Marktanteil 34%) sahen am Sonntag, wie sich Kriminalhauptkommissar Frank Thiel und Gerichtsmediziner Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne mit der Schlagerwelt im Allgemeinen und Roman König (Roland Kaiser) im Speziellen herumplagten.

Der Hamburger Tatort war am 10. März auf eine Traumquote von 12,57 Millionen Zuschauer (Marktanteil 33,5%) gekommen. Doch nun ist die beste Quote seit 20 Jahren Tatort wieder zurück im Münsterland. Inga Lindström im ZDF schaffte gerade einmal 5,15 Millionen Zuschauer, was einem Marktanteil von 13,7% entspricht. Der fehlende Alternativkracher auf den anderen Kanälen mag zum Münsteraner Rekord beigetragen haben, aber sicherlich auch die Aufforderungen der treuen Thiel/Boerne Fans, wie etwa der Flashmob-Aufruf auf Facebook.

Rekord trotz lauer Story

Dass es zu diesem Rekord kam, ist weniger der Handlung als der Beliebtheit der Darsteller zu verdanken. Bei Twitter und Facebook setzte sich der Grundtenor durch, dass diese Folge eher zu den langweiligeren Episoden aus Müster zählen dürfte. Und bemängelt wurde ebenfalls, dass sehr wenig von Münster zu sehen war. Allgemein begeistert wurde die schauspielerische Leistung von Roland Kaiser aufgenommen, der in diesem Tatort sein Debüt vor der Fernsehkamera gab. Für Spannung sorgen in diesem Tatort im Grunde nur zwei Bananenspinnen, die ganz zu Anfang und ganz am Ende der Episode auftauchten, dazwischen war mehr oder weniger Langeweile angesagt.

Von einem Münster-Tatort erwartet man allgemein eh keine ausgereiften Spannungsbögen oder plötzlichen Wendungen. Hier geht es um die Dialoge und Witze der Darsteller, aber auch die waren schon mal besser. Den besten Auftritt legte unserer Meinung nach Mechthild Großmann hin, die sich als Schlager-Fanatiker outete und auf dem Konzert von Roman König mit schaurig schöner Kehlkopfstimme den Hit „Egoist“ mitröhrte.

Also, diese Performance des Münster-Tatorts kann man irgendwo in der mittleren Schublade ablegen. Bleibt zu hoffen, dass sich die Macher nicht unterkriegen lassen und bei ihrer klamaukigen Linie bleiben. Eingefleischte Tatort-Fans bemängeln zwar immer wieder, dass hier kein Krimi, sondern nur Komik geboten wird, aber das muss in der großen Tatort-Familie erlaubt sein. Ernst genug geht es schon in anderen Tatorten zu. Wir freuen uns jedenfalls schon auf den nächsten Besuch in Münster.

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