Tatort München: Mörder-Suche geht 2017 weiter

Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) müssen in Zukunft am Tatort München ohne Christine Lerch (Lisa Wagner) auskommen

Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec) müssen in Zukunft ohne Christine Lerch (Lisa Wagner) auskommen. ©BR/X Filme/Hagen Keller.

24.10.2016 · von Tobias Frauen

Ein offenes Ende, der Mörder ist weder identifiziert noch gefasst. Der München-Tatort "Die Wahrheit" brach gestern mit den Genre-Klischees und ließ Zuschauer ähnlich ratlos zurück wie die Kommissare. Die Geschichte, die auf dem wahren "Isar-Mord" von 2013 beruht, soll aber fortgesetzt werden. Auf der Facebook-Seite des Tatort wurde direkt nach dem Abspann ein Video gepostet, in dem ein Mann von hinten zu sehen ist, wie er einen weiteren zufällig ausgewählten Passanten tötet.

Den einen oder anderen Zuschauer wird es freuen, denn das offene Ende kam nicht bei jedem gut an. Doch ähnlich wie der "stille Gast" in Kiel ragt auch dieser Fall heraus, nicht nur weil er das gewohnte Schema verlässt. Die mühsame und zum großen Teil vergebliche Ermittlungsarbeit, die Verzweiflung der Kommissare, all das ist nah an der Realität. Kein 21:15-Uhr-Verdächtiger, keine überraschend prominent besetzte Nebenrolle, die am Ende doch wichtig wird, kein plötzlich auftauchendes Handy-Video, das den Fall klärt.

Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) können nicht glänzen, sondern sind völlig hilflos. Die einzige Spur wird wahnhaft verfolgt, die Nerven werden immer dünner, Batic leidet unter Panik-Attacken und Schlaflosigkeit. Das ist kein Wohlfühl-Krimi, nach dem man beruhigt ins Bett sinken kann, denn: "Der ist noch irgendwo da draußen!"

Warum das offene Ende nicht so stehen lassen?

Die angekündigte Fortsetzung jedoch dürfte dieses diffuse Bedrohungs-Gefühl zerstören. Kann man das - vor allem vor dem realen Hintergrund - nicht einmal so stehen lassen? Warum muss selbst eine bis hierher so gut erzählte und beklemmende Geschichte irgendwie in das Weltbild der Krimi-Gucker hingebogen werden?

Der Großteil der Meinungen zu diesem Tatort bei Twitter und Facebook war schon jetzt sehr positiv, nur wenige beschwerten sich über das Ende. Auch die Quote für "Die Wahrheit" war mit 9,52 Millionen Zuschauern und 26% (14-49: 2,85 Mio.; 21,3%) ordentlich - ein echter Rekord ist für Batic und Leitmayr aber vermutlich nicht mehr drin.

Das sagt Twitter zum München-Tatort "Die Wahrheit"

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