Tatort "Maleficius": So wird der neue Fall für Lena Odenthal

Tatort Ludwigshafen: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Professor Bordauer (Sebastian Bezzel)

Tatort Ludwigshafen: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Professor Bordauer (Sebastian Bezzel). Bild © SWR/Sabine Hackenberg

06.09.2019 · von Tobias Frauen

Im neuen Ludwigshafen-Tatort "Maleficius" übernehmen neben Hauptdarstellerin Ulrike Folkerts auch zwei weitere namhafte Schauspieler tragende Rollen: Heinz Hoenig und Sebastian Bezzel. Wer allerdings denkt, dass deswegen "Maleficius" sehenswert ist, der wird möglicherweise enttäuscht. Auch gute Darsteller können manchmal nicht über einen unterdurchschnittlichen Krimi hinwegtäuschen. Doch der Reihe nach...

Darum geht's im Tatort "Maleficius"

Ein Rollstuhl steht am Ufer des Rheins. Sein Besitzer ist verschwunden, nur eine Brieftasche ist zurückgeblieben. Ein Suizid? Ein tragischer Unfall? Oder doch ein Verbrechen? Lena Odenthal (Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) recherchieren die Krankengeschichte des Verschwundenen und stellen fest: Alles spricht für Suizid. Doch dann wird die Leiche einer Ärztin gefunden.

Sie arbeitete in der Hirnforschung, wo Menschen mit Handicap mit Hilfe von Gehirnstimulation Bewegungsfähigkeit zurückgewinnen sollen und auch der verschwundene Rollstuhlfahrer Hilfe gesucht hatte. Lena und Johanna fragen sich, ob der selbstbewusste, nobelpreisverdächtige Chef der Assistenzärztin (Bezzel) in ihren Fall verwickelt ist. Der behandelt nicht nur Lähmungen, sondern hegt hochfliegende Pläne von der Verschmelzung des menschlichen Gehirns mit künstlicher Intelligenz. Bei Odenthal wachsen die Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit.

Lohnt sich das Einschalten beim Tatort aus Ludwigshafen?

Nein, muss man wirklich nicht gesehen haben. Einmal mehr tappen die Tatort-Macher in eine altbekannte Falle und überzeichnen ihre Figuren. Allen voran die Rolle des Ali Kaymaz (verkörpert von Gregor Bloéb), der gemeinsam mit seinen aufgepumpten Schrauber-Kollegen so dermaßen klischeebeladen dargestellt ist, dass man aus dem Kopfschütteln kaum mehr rauskommt. Ebenso die Optik der Klinik und das Verhalten der dortigen Sekretärin ist deutlich überzogen und wenig bis überhaupt nicht glaubhaft.

Rühmliche Ausnahme: Sebastian Bezzel, der eine eigentlich ebenfalls komplett überdreht angelegte Rolle - der unkonventionelle, Cola-trinkende, Festivalbändchen-tragende, hochdekorierte Superarzt als Leiter einer Future-Klinik - bodenständig verkörpert und den ganzen Film deutlich aufwertet. Für "Maleficius" gilt dennoch hingegen: Man kann seinen Sonntagabend getrost anderweitig verbringen.

(Quelle: Spot On News)

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