Tatort kommt relativ stark aus der Sommerpause zurück

An ihrem 14. Geburtstag verschwindet Amina und wird später tot aufgefunden.

An ihrem 14. Geburtstag verschwindet Amina und wird später tot aufgefunden. @SWR/Daniel Winkler

19.08.2013 · von Tobias Frauen

Endlich wieder neue Tatorte anstatt älterer Wiederholungen! Mit dem Fall "Geburtstagskind" der Schweizer Ermittler Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) eröffnete die ARD die neue Tatort-Saison. Auch wenn die Luzerner Tatort-Kommissare nicht jedermanns Sache sind und vor allem die nachträgliche Synchronisation oft unterirdisch ist, holte der Tatort mit acht Millionen Zuschauern und einem Anteil von 24,9% den Tagessieg (14-49: 2,18 Mio., 17,6%).

Auch bei Twitter war nach dem Ende der Sommerpause wieder deutlich mehr los. Doch auch wenn viele Rezensionen (Spiegel Online, stern.de) zum Luzern-Tatort wohlwollend waren, fiel die direkte Kritik verheerend aus: Hölzerne Dialoge, lahme Inszenierung und die Synchronisation wurden von den Nutzern zerrissen. Hier das persönliche Fazit der Tatort-Blog Redakteure:

Was hast Du im Vorfeld erwartet?
Tim: Die letzten vier Schweizer Tatorte waren ja nicht gerade ein Feuerwerk der guten Laune und Hochspannung. Aber da ich grundsätzlich an das Gute im Menschen (auch bei Regisseuren) glaube, hatte ich auf eine Steigerung gehofft. Satz mit X.
Tobi: Nicht viel. Bei Luzern schraubt man seine Ansprüche ja schon früh herunter. Und ich wurde nicht enttäuscht.

In einem Satz: Worum ging es eigentlich?
Tobi: Sekten-Vatti vs. Drogen-Vatti, und eines der Kinder stirbt. Von der Story her gar nicht mal so schlecht, und immerhin niemand in Kostümen.
Tim: Genau, das war schonmal ein Fortschritt. Auch ich fand die Idee gut - die beiden Kinder geraten von einem "Millieu" (Drogen) ins nächste (Sekte), also quasi vom Regen in die Traufe. Und beim Versuch, aus dem Umfeld auszubrechen, kommt eines der Kinder zu Tode. Was hätte ein Münchner oder Kölner Produktionsteam alles aus dieser Story machen können? Seufz.

Was war die beste Szene?
Tim: Es gab ja immerhin eine lustige Szene, bei der Flückiger im Treppenhaus das Licht abschaltet. Der Fehler war, dass er es später wieder angeschaltet hat.
Tobi: Der Abspann. Da gab es dann auch endlich mal wieder kräftige Farben.

 

Wo hast Du dich am meisten fremdgeschämt?
Tobi: Beim Verhör der Campingplatz-Besitzerin: "Sind Sie intim bekannt?" So verklemmt kann nur die Schweiz sein.
Tim: Bei den Szenen mit schlechter Synchronisation. Also so ab Minute zwei.

Wie haben sich die Kommissare geschlagen?
Tobi: Ordentlich. Das gab es z.B. im Luzerner Karnevals-Tatort auch schon schlimmer, auch wenn die künstlichen Betroffenheits-Szenen arg übertrieben waren.
Tim: Ja, sehe ich ähnlich. Die Schauspieler können halt nur so spielen, wie es ihnen die Regie erlaubt. Und da wäre deutlich mehr drin gewesen.

Was hat genervt?
Tim: Ganz klar die Synchronisation. Beim ersten Tatort aus Luzern (der im Originalton gesendet wurde) haben sich alle beschwert, dass die nichts verstanden haben. Und jetzt? Ist es besser geworden?
Tobi: Ich finde auch: die asynchrone Synchronisation. Wie schwer kann es sein, vom Dialekt ins Hochdeutsche zu synchronisieren? Da ist jeder Bollywood-Film angenehmer zu schauen.

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