Tatort Hannover/Göttingen: "Super, nur einmal aufs Maul bekommen!"

Tatort Hannover/Göttingen: Harte Bilder, harte Frauen - und sonst so?

Tatort Hannover/Göttingen: Harte Bilder, harte Frauen - und sonst so? © NDR/Christine Schroeder

04.02.2019 · von Tobias Frauen

2019 ist noch jung, aber der Tatort "Das verschwundene Kind" zeigte die vermutlich härtesten Szenen des Jahres. Geburt in der Ekel-Toilette, die blutverschmnierte junge Mutter, das Drama um die Frage ob das Baby lebt und schließlich die Leiche auf dem Obduktions-Tisch. Drastische Bilder und Erzählungen, die wohl vor allem den Eltern unter den Zuschauern zu schaffen machten.

Dieser Teil der Story machte den Tatort herausragend stark. Dass die beiden Neu-Kolleginnen Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) und Anais Schmitz (Florence Kasumba) durch ihre überforderte beziehungsweise unerfüllte Mutter-Rolle auch noch persönlich angefasst waren, lag dramaturgisch nahe, wäre aber auch verzichtbar gewesen.

Rundherum um die Story von Julija (Lilly Barshy) und ihrem Baby franste der eigentlich gute Tatort dann aber leider etwas aus. Die völlig überzeichneten Schüler, die verwirrende Vielfalt an Verdächtigen und die streckenweise etwas hölzernen Dialoge drängten die Kern-Geschichte leider etwas an den Rand.

Und die neue Kommissarin Anais Schmitz? Grundsätzlich sind die beiden Alpha-Weibchen ein sehr vielversprechendes Duo. Wo in Dortmund Martina Bönisch so klug ist, Faber nicht in den Weg zu treten, halten die beiden in Göttingen voll drauf. Selbst vor einer schallenden Ohrfeige wird nicht Halt gemacht. Leider ist es allzu durchschaubar, dass dieser Gegensatz nur mühsam aufgebaut wird, um am Ende von "Das verschwundene Kind" in einem zumindest kollegialen, wenn nicht in absehbarer Zeit sogar freundschaftlichen Verhältnis zu versiegen.

Da der Tatort Hannover zumindest für die nächsten Fälle in Göttingen bleibt, werden wir das Verhältnis zwischen Lindholm und Schmitz weiter verfolgen können. Dabei gilt es dann, einen interessanten Mittelweg zwischen aufgesetzter Krawalle und seichtem Wohlfühl-Ambiente zu finden. Quoten-mäßig ist der Einstand mit 9,77 Millionen und 26,5 % Marktanteil jedenfalls geglückt, auch wenn zum ersten Mal seit acht Jahren die Zehn-Millionen-Marke verfehlt wurde.

Das sagt Twitter zum Tatort aus Göttingen

Nun also Göttingen. Eine Stadt ohne hervorstechende Eigenschaften...

Die Spannungen zwischen Lindholm und Schmitz sind alles andere als innovativ, aber zumindest einfallsreich und konsequent.

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