Tatort fast auf dem Niveau von Erstausstrahlungen

Hilfe, die Berater kommen! Im Kölner Tatort "Unter Druck" soll die Belegschaft eines Verlagshauses "optimiert" werden.

Hilfe, die Berater kommen! Im Kölner Tatort "Unter Druck" soll die Belegschaft eines Verlagshauses "optimiert" werden. © WDR/Uwe Stratmann

12.08.2013 · von Tobias Frauen

Zugegeben, die Abschluss-Szene mit den dick eingemummelten Polizisten Max Ballauf (Klaus J. Behrendt), Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt) am schneeumtosten Currywurst-Stand war Mitte August in wenig unpassend. Jahreszeitliche Verfehlungen beim Tatort sind wir aber ja inzwischen gewöhnt, doch thematisch war "Unter Druck" topaktuell. Mit der Geschichte um ein Zeitungshaus, das von aalglatten Beratern "fit for fusion" gemacht werden soll, stieß der WDR mit seiner Wiederholung von 2011 genau in die aktuelle Debatte um Zeitungs-Käufe a la Springer und "Washington Post".

Damit holte der Tatort am Sonntag wie gewohnt den Tagessieg und ließ in der Gesamtbetrachtung die Spielfilme auf ProSieben und RTL weit hinter sich. Mit 7,14 Millionen Zuschauern und einem Anteil von 23,8 % kam "Unter Druck" sogar fast an das Niveau einer Erstausstrahlung heran. Nur bei den für die Werbenden interessanten jüngeren Zuschauern verwies die leicht angestaubte Alien-Mär "Independence Day" den Kölner Tatort auf den zweiten Platz (1,6 Mio., 14,1 %).

Abgesehen von den Köln-typischen Banalitäten ("Mensch Freddy, die ist doch ganz nett...") war dieser Tatort auch eine der besseren Wiederholungen des Sommers. Trotz der schwarz-weiß-Malerei der bösen Berater-Zombies und der armen Verlags-Angestellten gab es viele starke Momente und mit Claudia Michelsen auch einen heimlichen Star. Am Ende platzt die Fusion mit einem britischen Medien-Konzern übrigens - im Gegensatz zum realen Leben.

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