Tatort "Dunkelfeld" aus Berlin: Wo ist der Bentley?

Robert Karow (Mark Waschke) und seine Vergangenheit sind nun abgehakt. Doch bis es soweit war, mussten im Tatort "Dunkelfeld" zahllose Enden zusammengefügt werden.

Robert Karow (Mark Waschke) und seine Vergangenheit sind nun abgehakt. Doch bis es soweit war, mussten im Tatort "Dunkelfeld" zahllose Enden zusammengefügt werden. © rbb/Oliver Vaccaro

12.12.2016 · von Tobias Frauen

Wie sehr darf der Tatort zu einer Serie werden? Seit gestern Abend ist diese Diskussion wieder in vollem Gange. In "Dunkelfeld", dem vierten Fall des neu installierten Teams aus Berlin, wird auf die ersten drei Filme Bezug genommen. Und zwar nicht nur am Rande, sondern bei der zentralen Handlung. Figuren und Beziehungen müssen präsent sein wie nie zuvor, um zu verstehen, was passiert.

Eigentlich ist die Story vom Tatort "Dunkelfeld" recht simpel: Robert Karow (Mark Waschke) muss ein Video finden, dass seine Unschuld am Tod seines Ex-Partners beweist. Nina Rubin (Meret Becker) übernimmt die Suche, als Karow in Gefangenschaft gerät. So weit, so einfach. Doch die Hintergründe stammen teilweise noch aus dem ersten Karow/Rubin-Tatort von Anfang 2015. Und wer kennt noch Details aus einem Film, den man vor fast zwei Jahren gesehen hat?

"Dunkelfeld" ist damit leider ein Negativ-Beispiel fürs serielle Erzählen im Tatort. Zum einen, weil bei zwei Fällen pro Jahr die Spanne zwischen den Episoden einfach zu lang ist; zum anderen, weil der Berlin-Tatort ein bisschen zu komplex konstruiert wurde. Besser macht es, das betonen wir nicht zum ersten Mal, der Dortmunder Tatort. Die notwendigen Infos werden elegant eingeflochten, die zentralen Fälle sind auch ohne Detail-Kenntnisse zu verstehen.

Und bevor die "Früher war alles besser"-Fraktion loszetert: Serielle Elemente gibt es schon seit Jahrzehnten im Tatort. Freddy Schenk und seine Familie, Inga Lürsen und ihre Tochter, Lena Odenthal und Kopper als WG - vielerorts werden kleine Nebenstränge weitererzählt, nur waren diese bis vor einigen Jahren nicht so zentral.

War "Dunkelfeld" also ein Flop? Nein, denn der Berlin-Tatort hat es mit Meret Becker und Mark Waschke geschafft, endlich zeitgemäß zu werden und die vielen Facetten der Hauptstadt adäquat abzubilden. Auch wenn die Figuren noch nicht ganz rund sind, Erzähl-Stil und -Tempo sind überzeugend. Im nächsten Tatort sollen die Karow-Geschichte und Nina Rubins Familien-Probleme abgeschlossen sein, dann können sie die beiden endlich auf das Wesentliche konzentrieren. 

Das sagt Twitter zum Berliner Tatort "Dunkelfeld"

Man hatte so seine Probleme ohne das fehlende Hintergrund-Wissen

Was sie in Berlin auch noch lernen müssen: Es gibt Situationen, in denen der erfahrene Krimi-Gucker einfach weiß, was passiert.

Kleines Highlight kurz vor dem Ende: Verfolgung, Wagen entwischt, Kennzeichen unbekannt... das Auto finden die niemals wieder - oder?

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