Tatort aus Wien: "Keine Ahnung, keine Skrupel, keine Titten"

Tatort Wien: Ein Serienmörder hinterlässt Leichen in wilden Arrangements.

© ARD Degeto/ORF/E&A Film/Hubert Mican

Tatort Wien: Ein Serienmörder hinterlässt Leichen in wilden Arrangements.

Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) finden zunächst keine Spuren oder Motive.

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Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) finden zunächst keine Spuren oder Motive.

Doch eine Sache vereint die Opfer: Sie alle hatten etwas mit osteuropäischen Revolutionsversuchen zu tun.

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Doch eine Sache vereint die Opfer: Sie alle hatten etwas mit osteuropäischen Revolutionsversuchen zu tun.

Gleichzeitig steht eine berufliche Trennung von Bibi und Moritz zu Debatte...

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Gleichzeitig steht eine berufliche Trennung von Bibi und Moritz zu Debatte...
12.01.2018 · von Tobias Frauen

Eine Reihe von Morden, bei denen die Opfer an öffentlich zugänglichen Orten spektakulär zur Schau gestellt werden, stellt die Ermittler im neuen Tatort aus Wien vor ein Rätsel: Weder der Täter, der keinerlei Spuren hinterlässt, noch die Opfer, die unter falscher Identität in Wien lebten, geben brauchbare Anhaltspunkte. Nur eines haben die Taten des Serienmörders gemeinsam: Immer ist das Opfer grausam zugerichtet, und es vergeht nur sehr wenig Zeit bis zum nächsten Fund.

Bibi Fellner (Adele Neuhauser) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) ermitteln in alle potentiellen Richtungen, bis sie auf einen gemeinsamen Bekannten der Opfer stoßen. Der auf Osteuropas Bürgerrechtsbewegungen spezialisierte Universitätsprofessor Nenad Ljubic (Misel Maticevic) hatte Kontakt zu allen Ermordeten. Durch diese Entdeckung bekommt der Fall eine politische Dimension, die einen Bogen von den ersten Aufständen in der Ukraine bis hin zur Rosenrevolution in Georgien.

Trennung bei Moritz und Bibi?

Parallel dazu brodelt es bei der Wiener Polizei. Eine zweite Mordkommission soll her, der vorgesehene  Leiter ist den Kommissaren zuwider: "Er erfüllt alle Kriterien von einer Polizeikarriere: keine Ahnung, keine Skrupel, keine Titten." Damit der Kollege die Stelle nicht bekommt, bewirbt sich Bibi kurzerhand selbst. Wie sich das auf ihr Verhältnis zu Moritz auswirkt, ist durchaus unterhaltsam und sorgt zwischen soll dem Gemetzel für lockere Momente. Im Gegensatz zu vielen anderen Tatorten nimmt dieser Erzähl-Strang aber nie zu viel Platz ein oder lenkt vom Wesentlichen ab.

"Die Faust" ist wie so viele Tatorte aus Wien: Starke Geschichten, die bisweilen eine Nummer zu groß erscheinen, aber fast immer überzeugend erzählt und gespielt. Der Fall um den rätselhaften Serientäter darf sich als atmosphärisch fotografierter Krimi mit Thriller-Touch entfalten, ohne sich jemals in arg expliziter Gewalt oder Effekthascherei zu verlieren. Bisweilen ist es ein wenig zu viel des Guten, zu viele Details in den Schauplätzen, zu grelle Inszenierungen. "Alles ein wenig überladen" kommentiert Bibi Fellner eine solche Szene, und relativiert das Gesehene damit auch für den Zuschauer als Effekte des Täters, nicht des Films.

Eine absolute Einschalt-Empfehlung also für diesen Tatort aus Wien, denn sowohl der Fall als auch die immer spannende Chemie zwischen den Protagonisten hält den Spannungsbogen aufrecht. Bibi und Moritz haben unter den Tatort-Zuschauern eine große Fan-Gemeinde, die auch bei "Die Faust" nicht enttäuscht wird!

(mit Material von Spot On News)

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