Tatort aus Weimar: Nicht ganz auf der Höhe

Tatort Weimar: Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln wie üblich wortreich und scharfsinnig.

© MDR/Wiedemann & Berg/Anke Neugebauer

Tatort Weimar: Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln wie üblich wortreich und scharfsinnig.

Ein Einbrecher wurde in einer Villa erschossen - Notwehr oder gezielter Mord?

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Ein Einbrecher wurde in einer Villa erschossen - Notwehr oder gezielter Mord?

Lollo (Ruby O. Fee) gab den tödlichen Schuss ab und sucht danach Arbeit im Bordell von Fritjof "Fritte" Schröder (Andreas Döhler).

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Lollo (Ruby O. Fee) gab den tödlichen Schuss ab und sucht danach Arbeit im Bordell von Fritjof "Fritte" Schröder (Andreas Döhler).

Dessen Bruder Martin (Sascha Alexander Geršak) betreibt mit seiner Frau Cleo (Elisabeth Baulitz) einen klammen Steinbruch.

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Dessen Bruder Martin (Sascha Alexander Geršak) betreibt mit seiner Frau Cleo (Elisabeth Baulitz) einen klammen Steinbruch.

Wenn das neue Goethe-Museum im Steinbruch gebaut würde, könnte die Insolvenz abgewendet werden. Hängt der Mord mit der nahenden Entscheidung zusammen?

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Wenn das neue Goethe-Museum im Steinbruch gebaut würde, könnte die Insolvenz abgewendet werden. Hängt der Mord mit der nahenden Entscheidung zusammen?

Die Zusammenhänge sind wie üblich recht dünn und konstruiert, am Ende gibt es aber einen großen Knall.

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Die Zusammenhänge sind wie üblich recht dünn und konstruiert, am Ende gibt es aber einen großen Knall.
09.02.2018 · von

Die treuen Leser haben möglicherweise schon bemerkt, dass wir große Fans des Weimar-Tatorts sind. Nur wenige Wochen nach dem grandiosen Fall "Der wüste Gobi" kommt an diesem Sonntag schon der nächste Tatort mit Ulmen und Tschirner. Ist "Der kalte Fritte" genauso gut?

Abgesehen von den kalauerhaften Titeln ist beim Tatort aus Weimar klar: Die Logik hat Pause, einen knallharten Problem-Krimi braucht niemand zu erwarten. Oft ist sogar die Handlung zweitrangig und zu wirr, um wirklich nachvollziehbar zu sein. Es geht vielmehr um Nora Tschiner als Kira Dorn, Christian Ulmen als Lessing und die messerscharfen, von Autor Murmel Clausen geschriebenen Wortgefechte der beiden. Doch genau die schwächeln bei "Der kalte Fritte" leider ein wenig. Keine Angst, von Schenkelklopfern a la Münster ist Weimar noch weit entfernt, die Brillianz der bisherigen Folgen erreicht dieser Tatort aber nicht ganz.

Bordell, Bauhaus, Baustelle

Eine gute Gelegenheit also für den Versuch, die Handlung aufzudröseln: Bei einem Einbruch in seine Weimarer Villa wird der Milliardär Alonzo Sassen ermordet. Seine junge Frau Lollo (Ruby O. Fee) erschießt den Täter - offenbar in Notwehr. Kira Dorn und Lessing observieren Lollo, die danach im Bordell "Chez Chériechen" Arbeit sucht, das von Fritjof "Fritte" Schröder (Andreas Döhler) geführt wird.

Dessen Bruder Martin (Sascha Alexander Geršak) betreibt mit seiner Frau Cleo (Elisabeth Baulitz) in der Nähe Weimars einen Steinbruch, der am Rande der Insolvenz steht. Als besondere geologische Formation ist dies einer der zwei potenziellen Standorte für das geplante "Goethe-Geomuseum". Diese Nutzung wäre die finanzielle Rettung der Schröders. Doch Sassen hatte angekündigt, der Stadt ein Grundstück in Weimars bester Lage, am Frauenplan, zu schenken, um das Museum dort errichten zu können. War das sein Todesurteil?

Ihre Ermittlungen führen Dorn und Lessing in die Bauhaus-Universität. Der Architektur-Professor Ilja Bock (Niels Bormann) ist Vorsitzender der Jury, die über den Standort des Museums-Neubaus entscheidet. Er hat eine Affäre mit seiner Jugendliebe Cleo, die damit ins Fadenkreuz der Kommissare gerät. Als sich herausstellt, dass Fritte Schröder bei dem Grundstücksroulette mit am Tisch sitzt, und die Hassbeziehung zu seinem Bruder Martin offenbart wird, steuert der Fall auf ein explosives Finale zu.

Kleinstadt-Klügel und Sight Seeing

Uns erwartet also wieder eine Mischung aus Sight Seeing in Weimar, Kleinstadt-Klügel und jeder Menge skurriler Existenzen. Leider kommt das - möglicherweise auch durch den geringen Abstand zum letzten Fall - recht bekannt vor.  Man liebt sich, man neckt sich, man versucht professionell zusammen zu arbeiten und man reißt gerne Zoten. Weiß man aber alles bereits.

Auf der anderen Seite ist "Der kalte Fritte" aber auch überraschend kurzweilig und ohne echte Längen. Der erneut undurchsichtige, verworrene und teils krude Plot verliert sich allerdings zu oft in Nebensächlichkeiten und lässt in manchen Szenen einen verwirrten Zuschauer zurück: Wer hat jetzt gleich nochmal mit wem und warum? Ein echtes Highlight hingegen ist allerdings das Finale. Mit Action, Drama und unerwarteten Wendungen. Dennoch: Unter den Weimar-Folgen landet dieser Tatort auf einem der hinteren Plätze. Das müssen auch wir als Fans leider so deutlich sagen.

(mit Material von Spot On News)

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