Tatort aus Münster: Schlimmer geht's immer

Tatort Münster: Fährt "Spieglein, Spieglein" wieder eine Rekord-Quote ein?

Tatort Münster: Fährt "Spieglein, Spieglein" wieder eine Rekord-Quote ein? © WDR/Thomas Kost

15.03.2019 · von Tobias Frauen

Neue Runde im Klamauk-Krimi aus Münster: Wenn am Sonntag "Spieglein, Spieglein" läuft, werden wieder weit über zehn Millionen Zuschauer einschalten. Aber warum? Der neueste Fall gibt sich gar nicht mehr die Mühe, den Klamauk irgendwie mit einem Hauch von Handlung zu kaschieren. Noch schlimmer: Die mäßig lustige Grund-Idee ist äußerst Pointen-arm inszeniert. Jedem anderen Team würde solch ein Schrott um die Ohren gehauen.

Darum geht's im Tatort "Spieglein, Spieglein"

Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) wurde ermordet - zumindest auf den ersten Blick. Tatsächlich sieht ihr die Tote einfach nur sehr ähnlich. Schon gibt es ein weiteres Opfer: Eine kleinwüchsige, blonde Frau. Mühsam erarbeiten sich Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Professor Boerne (Jan Josef Liefers), dass es ein Serienmörder auf Menschen abgesehen hat, die den Ermittlern am Tatort Münster verblüffend ähnlich sehen.

Also machen sie sich auf die Suche und finden auch für sich die passenden Abbilder. Um sie zu schützen, nehmen Thiel und Boerne ihre Doppelgänger bei sich auf und geraten in allerlei "kuriose" Situationen.

Lohnt sich das Einschalten beim Tatort Münster?

Ehrliche Antwort: Nein. Die Grundidee der Doppelgänger wird in "Spieglein, Spieglein" ohne jegliche Ironie oder Rafinesse, dafür mit grobschlächtigem Klamauk auf 90 Minuten ausgedehnt. Kaum ein Gag zündet, vielmehr wurden sogar reihenweise offensichtliche Pointen liegen gelassen. Man stellt sich die Frage, was die Hauptdarsteller Prahl und Liefers wohl von dem Stoff halten. Abseits des Tatortes sind die beiden ja eher in anspruchsvolleren Filmen unterwegs. Dass beide routiniert die Bälle zuspielen, bleibt einer der wenigen positiven Aspekte dieses Tatortes.

Nichtsdestotrotz wird auch dieser Fall wieder von zahlreichen Fans abgefeiert werden. Doch betrachtet man das Ganze einmal ohne den Mythos - der der Münster-Tatort inzwischen zweifelsohne ist - und die bedingungslose Liebe von Fans und Boulevard, stellt sich die Frage, wie klamaukig es denn bitte noch werden soll? Eine Frage, die wir an dieser Stelle schon öfter aufgeworfen haben. Doch nach einem Tatort wie diesem bleibt die einzige Erkenntnis: Schlimmer geht immer.

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