Tatort aus Berlin: Zu viele Babys

Tatort Berlin: Robert Karow (Mark Waschke) und Nina Rubin (Meret Becker) ermitteln im Berliner Untergrund.

© rbb/Gordon Muehle

Tatort Berlin: Robert Karow (Mark Waschke) und Nina Rubin (Meret Becker) ermitteln im Berliner Untergrund.

In einem ausgebrannten Transporter wird eine Leiche gefunden, zuvor gab es bereits mehrere ähnliche Fälle.

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In einem ausgebrannten Transporter wird eine Leiche gefunden, zuvor gab es bereits mehrere ähnliche Fälle.

Die Spur führt zu einer Klinik für künstliche Befruchtung, alle Opfer sind hier gezeugt worden.

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Die Spur führt zu einer Klinik für künstliche Befruchtung, alle Opfer sind hier gezeugt worden.

Das Betreiber-Paar ist früher massiv bedroht worden.

Das Betreiber-Paar ist früher massiv bedroht worden.

Der damalige Täter (Christoph Bach) lebt unter dem Namen Harbinger im Berliner Untergrund.

© rbb/Gordon Muehle

Der damalige Täter (Christoph Bach) lebt unter dem Namen Harbinger im Berliner Untergrund.

Karow versucht mit unkonventionellen Methoden, einen Draht zu dem Einzelgänger zu finden.

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Karow versucht mit unkonventionellen Methoden, einen Draht zu dem Einzelgänger zu finden.
08.12.2017 · von Tobias Frauen

So richtig in Fahrt kommt der Berliner Tatort noch immer nicht. Nach dem vierteiligen Wirrwarr um Kommissar Karow und einem verkopften Identitäts-Drama kommt mit "Dein Name sei Harbinger" nun ein überfrachtetes Stück um Retorten-Babys und deren Leben.

Die Berliner Ermittler Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) werden in ihrem sechsten Fall zu einem ausgebrannten Transporter mit Leiche darin gerufen. Drei ähnliche ältere Fälle wurden nie aufgeklärt. Handelt es sich um einen Serienmörder? Die Gemeinsamkeit zwischen den Opfern: Sie wurden mit Hilfe einer In-Vitro-Fertilisation in einer Kinderwunsch-Klinik in Berlin-Wannsee gezeugt. Der Sohn von Klinikleiterin Dr. Irene Wohlleben (Almut Zilcher) und ihrer Lebenspartnerin Hanneke Tietzsche (Eleonore Weisgerber) kam in den 1980er-Jahren als eines der ersten Retortenbabys Deutschlands zur Welt.

Bei ihren Ermittlungen stoßen die Kommissare auch auf den Einzelgänger Werner Lothar (Christoph Bach), genannt "Harbinger". Als 16-Jähriger verübte er einen Anschlag auf Irene Wohlleben. Nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie arbeitet er heute als Inhaber eines Schlüsseldienstes in der U-Bahn-Station Alexanderplatz. Er lebt in seiner eigenen Welt und glaubt an eine Weltverschwörung. Nach Aussage seines Psychiaters leidet er an einem Borderline-Syndrom. Robert Karow versucht das Vertrauen des verschrobenen Mannes zu gewinnen und ihn aus der Reserve zu locken.

Zu viele Stories für einen Tatort

Ja, doch, schon, aber... Dieser Krimi mischt (zu) viele Zutaten, die in aufwändigen Bildern und mit überraschenden Schnitten schnell erzählt werden: Unter anderem geht es um die Geschichte eines lesbischen Vorreiterpaares, das durch In-vitro-Fertilisation in einer Kinderwunschklinik bereits vor vielen Jahren Eltern wurde. Außerdem wird ein psychisch labiler Mensch, der in einer Art Paralleluniversum lebt, massiv manipuliert; Stalking ist ebenfalls Thema. Dennoch ist die Methode, mit der der Verdächtige vom Kommissar überführt werden soll, eher albern. Und auch das Mordmotiv in diesem Tatort aus Berlin ist enttäuschend nieder, um nicht zu sagen unglaubwürdig.

Interessant sind einige Personalien von "Dein Name sei Harbinger": Da ist zum einen der Künstler, der optisch stark an den Berliner Rapper Romano aus Köpenick erinnert, der sich im Berliner Untergrund die Seele aus dem Leid trommelt. Und dann gibt es da noch den Schauspieler Jonas Hämmerle (19), der einst als "Wickie"-Kinderdarsteller (2009) in Michael "Bully" Herbigs (49) Kino-Adaption der erfolgreichen Zeichentrickserie bekannt wurde. Im Berlin-Tatort macht er als rebellischer älterer Sohn Kommissarin Rubin das Leben zusätzlich schwer.

(Spot On News)

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