Tatort aus Bayreuth: Spannend war's!

Tatort aus Franken: Der unfreiwillige Serienkiller Peters (Thorsten Merten) zieht eine Blutspur durch Bayreuth.

Tatort aus Franken: Der unfreiwillige Serienkiller Peters (Thorsten Merten) zieht eine Blutspur durch Bayreuth. Bild: BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hendrik Heiden

25.02.2019 · von Tobias Frauen

Erfolgreicher Abend für den Franken-Tatort: "Ein Tag wie jeder andere" holte 9,09 Millionen Zuschauer und einen Anteil von 25,6 % sowie fast durchgängig positive Resonanzen! Und das, ob wohl auch dieser Fall kein typischer Tatort war. Doch mit großer Lust am Inszenieren und zitieren schaffte es Drehbuchautor Erol Yesilkaya und Regisseur Sebastian Marka einen herausragenden Film zu drehen.

Film-Zitate und überspitze Geschichten funktionieren meistens weniger gut, doch "Ein Tag wie jeder andere" schafft es, mit Fingerspitzengefühl in der Filmgeschichte zu wildern und trotzdem nicht platt oder ideenlos zu wirken. Angefangen bei optischen Anleihen bei "Das Schweigen der Lämmer", "Skyfall" oder "Se7en" bis hin zur gelungenen Einbindung diverser Wagner-Motive wirkte dieser Tatort wunderbar stimmig.

Die Mordserie zur vollen Stunde hätte sicherlich noch etwas länger getragen, das Rennen der Kommissare Felix Voss (Fabian Hinrichs), Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und ihrem Team gegen die Zeit war schneller vorbei, als man sich in den Film hineingefunden hatte. Der Part mit dem Drama um Martin Kessler (Stephan Grossmann) und die Suche nach dem entführten Mädchen hätte auch etwas kürzer erzählt werden können - aber das ist meckern auf hohem Niveau.

Was dieser Tatort aus Franken nach langer Zeit mal wieder bot: Spannung. Wo es sonst auf ein "Welcher bekannte Schauspieler wird in den letzten 15 Minuten plötzlich verdächtig?"- Gerate hinausläuft, bleiben hier die wahren Hintergründe bis zuletzt schleierhaft. Dass am Ende nicht alles den harten Logik-Check besteht, kann dabei verziehzen werden.

Das sagt Twitter zum Franken-Tatort

Kein mutiges Experiment wie in der vergangenen Woche, aber auch kein Fall für Traditions-Fetischisten.

Wir sind in Bayreuth, also: Jede Menge Wagner-Content.

Schwächen gab es allerdings bei der Besetzung...

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