Tatort "Allmächtig" aus München: Flache Story, gute Quote

Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) hatten im Tatort "Allmächtig" nicht nur mit einem Verdächtigen, sondern auch mit dem Drehbuch zu kämpfen.

Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) hatten im Tatort "Allmächtig" nicht nur mit einem Verdächtigen, sondern auch mit dem Drehbuch zu kämpfen. ©BR/hager moss film GmbH/Bernd Schuller

23.12.2013 · von Tobias Frauen

Auch an einem Sonntag kurz vor Weihnachten gibt es für viele ältere Zuschauer offenbar keine Alternative zum Tatort. Trotz starker Konkurrenz auf anderen Sendern schalteten 8,03 Millionen Zuschauer (Marktanteil 22,9 %) einen eher unterdurchschnittlichen Tatort aus München ein. Bei der jüngeren Zielgruppe jedoch kam "Allmächtig" mit 2,55 Millionen und 17,9 % nur auf Platz zwei.

Waren die Kritiken für den 66. Fall von Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) im Vorfeld noch unentschlossen, so fand der Tatort während der Ausstrahlung nur wenige Freunde. Vor allem die allzu platte Medienschelte und die wirklichkeitsfremde Darstellung der entsprechenden Umgebung kam auf Twitter und Facebook nicht gut an.

Als Groteske oder Kirchen-Kritik einfach zu platt

Auch wenn einige Kritiker "Allmächtig" als überhöhte Groteske sehen wollten, die sogar noch Seitenhiebe auf die ARD-Tochtersender enthielt - in seiner eigentlichen Funktion als Krimi konnte der Tatort nicht überzeugen. Und als Satire waren die Spitzen einfach zu flach, trotz "heute show"-Comedian Alexander Schubert als teuflischem Internet-Star.

Die letztendliche Aufklärung, dass ein entrückter Nachwuchs-Geistlicher die zahlreichen Opfer der Online-Show mittels praktiziertem Exorzismus rächt, wurde von vielen als Kirchen-Kritik gesehen. Doch wirklich einfallsreich ist es nicht, dem aufstrebenden Star eines (eigentlich gar nicht mehr so) neuen Mediums zwei verstockte Bewohner eines uralten Pfarrhauses im allertiefsten Bayern entgegenzusetzen.

Immerhin: Nach dem misslungenen Kunst-Tatort zuletzt hat man sich beim Bayerischen Rundfunk wieder ein Stückchen zum normalen Krimi zurückorientiert. Doch im Gegensatz zu den sonst immer sehr starken München-Tatorten waren die letzten beiden Filme ziemlich enttäuschend. Da kann es 2014 eigentlich nur aufwärts gehen!

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