Stuttgart-Tatort: How not to get away with murder

Tatort Stuttgart: Ist Jacob Gregorowicz (Manuel Rubey) ein Mörder? Der Tatort zeigt, wie er seine angebliche Tat vertuschen möchte.

© SWR/Alexander Kluge

Tatort Stuttgart: Ist Jacob Gregorowicz (Manuel Rubey) ein Mörder? Der Tatort zeigt, wie er seine angebliche Tat vertuschen möchte.

Im Kalender eines toten Anlageberaters taucht der Name von Gregorowicz auf, der daraufhin von Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) verhört wird.

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Im Kalender eines toten Anlageberaters taucht der Name von  Gregorowicz auf, der daraufhin von Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) verhört wird.

Gregorowicz ist die zentrale Figur in diesem Tatort. Wir schauen ihm dabei zu, wie er lügt und Beweise verschwinden lässt.

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Gregorowicz ist die zentrale Figur in diesem Tatort. Wir schauen ihm dabei zu, wie er lügt und Beweise verschwinden lässt.

Immer enger zieht sich die Schlinge, irgendwann wird auch seine Frau (Britta Hammelstein) misstrauisch.

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Immer enger zieht sich die Schlinge, irgendwann wird auch seine Frau (Britta Hammelstein) misstrauisch.

Gregorowicz versucht krampfhaft, den Verdacht von sich abzulenken.

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Gregorowicz versucht krampfhaft, den Verdacht von sich abzulenken.

Die Kommissare stehen eher im Hintergrund, gerade das macht den Tatort reizvoll.

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Die Kommissare stehen eher im Hintergrund, gerade das macht den Tatort reizvoll.
05.11.2018 · von Tobias Frauen

Es hat fast den Anschein, als ob die 90 Minuten des Tatortes "Der Mann der lügt" nicht ganz ausgereicht haben, um die Geschichte zu Ende zu erzählen. Der Epilog wird mit Texttafeln erzählt, nüchterne Worte vermitteln das Ende des Dramas: Jacob Gregorowicz (Manuel Rubey) begeht nach zwei Monaten U-Haft Selbstmord, obwohl seine Unschuld doch noch bewiesen wurde.

Die Geschichte der Zerstörung eines Lebens war konsequent aus der Sicht der Verdächtigen erzählt: Durch einen dummen Zufall stoßen die Kommissare Lannert (Richy Müller) und Bootz (Felix Klare) bei Mord-Ermittlungen auf Gregorowicz und befragen ihn. Weil der Familienvater aber nicht nur ohne Wissen seiner Frau eine Menge Geld in den Sand gesetzt hat, sondern auch heimlich ein homosexuelles Verhältnis hat, verstrickt er sich in Widersprüche, um nicht aufzufliegen. Wir sehen Gregorowicz dabei zu, wie nach und nach seine Fassade bröckelt und ein Geheimnis nach dem anderen enthüllt wird. Nichts davon ist eine Straftat, und doch steht er am Ende vor einem Trümmerhaufen.

Die ungewöhnliche Erzählweise macht diesen Stuttgart-Tatort sehr reizvoll. Im Mittelpunkt steht der Verdächtige, Lannert und Bootz sind eher Randfiguren. Fast schon slapstick-artig stehen sie immer zum ungünstigsten Zeitpunkt vor der Tür: "Wir hätten da nur noch eine kurze Frage..." Eine Freude für alle Realismus-Freaks: Der verdächtige Gregorowicz erhält ausführlich sämtliche Belehrungen und Formalitäten, die die Dienstvorschriften hergeben.

Nach sehr guten Kritiken ist auch die Resonanz der Zuschauer weitgehend positiv. 9,22 Millionen Zuschauer und 26% Marktanteil sind ebenfalls ein sehr starker Wert. Ein ruhiger Krimi, der zum "miträtseln" viel Aufmerksamkeit verlangt. Die hochinteressante Erzählweise vervielfacht die Spannung, ansonsten ein klassischer Tatort nach dem üblichen Muster. Getragen wird "Der Mann der lügt" von herausragenden Darstellern, allen voran Manuel Rubey. Aber auch Lannert und Bootz überzeugen wie eigentlich fast immer, trotz der zurückgenommenen Rollen.

Das sagt Twitter zum Tatort aus Stuttgart

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