Tatort Bremen

Tatort Bremen
Deutschlandkarte

Fakten zum Tatort Bremen

Nebenfiguren: Helen Reinders
Drehort seit: 1973
Folgen bisher: 39

Direkt und nordisch frisch – das sind die Worte, mit denen man den Tatort aus Bremen und gleichzeitig auch die Kommissarin im Bremer Tatort, Inga Lürsen, am besten beschreiben kann. Mit ihrer erfrischenden Art spielt Darstellerin Sabine Postel eine Kommissarin, die immer für das Recht kämpft – wenn auch nicht immer im Rahmen des Gesetzes.

Zwei Welten treffen aufeinander

Der Tatort aus Bremen lebt von dem Gegensatz zwischen der Ermittlerin Inga Lürsen und ihrem Assistenten Nils Stedefreund, der gekonnt von Oliver Mommsen dargestellt wird. Hier treffen zwei Generationen aufeinander. Inga Lürsen war in der linken Szene aktiv, hat gegen das Atomkraftwerk in Brokdorf demonstriert und sich gegen das Wettrüsten engagiert. Dieses Kämpferherz hat sie sich bis heute bewahrt. Stedefreund dagegen ist ein Kind der Null-Bock-Generation aus den 80ern und kann oft nur kopfschüttelnd beobachten, mit wie viel Engagement Hauptkommissarin Lürsen sich in ihre Fälle stürzt. Wenn es nach Nils Stedefreund ginge, so würde im Tatort aus Bremen mit Sicherheit Dienst nach Vorschrift gemacht – zu dumm nur, dass seine Chefin das Ermitteln mit riskanten Alleingängen einfach nicht lassen kann!

Der Tatort aus Bremen sticht in Wespennester

Die Gegensätze zwischen Inga Lürsen und Nils Stedefreund geben dem Tatort aus Bremen die richtige Würze, aber auch die Fälle sind nicht ohne. Der Tatort mit Hauptkommissarin Lürsen lässt sich nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen – die Zuschauer wissen nie, welches Thema sie erwartet und das ist gut so. So bekommt der Tatort aus Bremen immer wieder eine frische Brisanz und greift aktuelle Themen auf, die die Gesellschaft bewegen. Zwangsehen, Strahlenrisiko durch Mobilfunk oder politische Seilschaften mit üblen Machenschaften werden hier ebenso thematisiert wie Vereinsamung in der Gesellschaft oder Eifersuchtsdramen. Diese brisanten Themen werden aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinder präsentiert, sondern aus der Sicht der nur allzu menschlichen Ermittlerin für den Zuschauer nachvollziehbar und erlebbar gemacht. Inga Lürsen leidet eben mit den Opfern mit – eine Charaktereigenschaft, die ihrem Kollegen Stedefreund oft auf die Nerven geht, wenn er ihr bei ihren Alleingängen mal wieder den Rücken freihalten und sie aus gefährlichen Situationen retten muss. In solchen Momenten schafft Stedefreund es allerdings immer wieder, vom oberflächlichen Frauenschwarm zum strahlenden Ritter in Designerlederjacke zu werden.

Eine Ermittlerin als Archetyp

Als Frau ist Inga Lürsen in der deutschen Fernsehlandschaft einzigartig, aber sie verkörpert auf jeden Fall einen Frauentyp, der ein Denkmal verdient hat. Als geschiedene alleinerziehende Mutter liebt sie ihre Tochter Helen über alles – obwohl die beiden sich auch leidenschaftlich streiten können. Kommissarin Lürsen hat zwar Sehnsüchte und Affären, möchte aber tief in ihrem Inneren ihre Unabhängigkeit nicht aufgeben. Diese Unabhängigkeit im Denken beschert ihr auf beruflicher Ebene oft Ärger, denn ihr Bauchgefühl geht ihr bei den Ermittlungen über alles und wenn sie etwas für richtig hält, setzt sie sich auch impulsiv über Dienstvorschriften hinweg. Wenn diese Kommissarin aus Bremen einen schlechten Tag hat, geht ihr Kollege Stedefreund ihr besser aus dem Weg!

Das Zugpferd für Radio Bremen

Als kleiner Regionalsender hat Radio Bremen nicht die Möglichkeit, so viele Tatorte zu drehen wie zum Beispiel der große Bruder WDR. Trotzdem ist es den Bremern gelungen, eine engagierte Ermittlerin zu kreieren, die einen festen Platz in der deutschen Fernsehlandschaft hat und Quotenknallern wie den Tatorten aus München oder Münster echte Qualität entgegensetzt.

Die Betroffenheit, mit der Inga Lürsen in Bremen ermittelt, wirkt immer warmherzig und echt, und was sie den Zeugen nicht entlocken kann, findet Stedefreund heraus, wenn er seine großen Momente hat. Dieses Team lebt durch seine Lebendigkeit und die menschlichen Schwächen der Ermittler, die Zuschauer aus ihrem eigenen Leben kennen, ohne dabei gleich Morde aufklären zu müssen. Und wenn Inga einmal alles über den Kopf wächst, tröstet sie sich mit einem Glas Rotwein auf ihrem kuscheligen Sofa.

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