Rekord-Quote und viel Lob für winterlichen Borowski-Tatort

Der Kieler Kommissar Borowski (Axel Milberg) bekam mit Frau Einigsen (Lisa Werlinder) charmante Unterstützung.

Der Kieler Kommissar Borowski (Axel Milberg) bekam mit Frau Einigsen (Lisa Werlinder) charmante Unterstützung. © NDR/Marion von der Mehden

13.05.2013 · von Tobias Frauen

Ein Weihnachts-Tatort mitten im Mai? Der Anblick von Eis und Schnee weckte bei vielen Zuschauern Erinnerungen an den viel zu langen Winter. Doch das war auch fast schon das Einzige, was es am Kiel-Tatort "Borowski und der brennende Mann" zu bemängeln gab.

Mit 9,31 Millionen Zuschauern und 27,0 % Marktanteil (14-49: 2,96 Mio., 21,8 %) holte der Tatort wie gewohnt am Sonntag souverän den Tagessieg und fuhr den besten Wert aller Borowski-Krimis ein. Er blieb damit auch nur knapp hinter den jüngsten Abräumern aus Hamburg und Köln. Das ist umso höher zu bewerten, als das die bisweilen arg verkopften Nord-Krimis mit dem kauzigen Borowski nicht jedermanns Sache sind.

Schon im Vorfeld gab es viel Lob für "Borowski und der brennende Mann", der wie üblich einen Hauch von Schweden-Krimi in die Tatort-Landschaft brachte. Vor allem Gast-Ermittlerin Lisa Werlinder als dänisch-deutsche Kommissarin Einigsen verzauberte nicht nur Klaus Borowski (Axel Milberg), sondern auch viele Zuschauer. Ob wir die schwedische Schauspielerin vielleicht in einem weiteren Kiel-Tatort wiedersehen, bleibt aber abzuwarten.

Starke Story mit rührenden Momenten

Die Geschichte um einen lange zurückliegenden Brand, bei dem ein paar Kinder aus Versehen das Haus von Kriegsflüchtlingen aus Pommern anzünden und diese in den Flammen umkommen, war denn auch weitgehend logisch und schlüssig erzählt. Dass auch Staatsanwalt Roland Schladitz (Thomas Kügel) in die Geschichte verwickelt war, machte Borowski zu schaffen. Doch weil Frau Einigsen und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) engagiert ermittelten, machte es nicht viel, dass der Kommissar immer ein wenig abwesend wirkte. Mit dänischer Minderheit, der Epilepsie seiner Kollegin und nicht zuletzt der betörend süßen Kommissarin aus Dänemark hatte Borowski einfach zuviel Ablenkung. Höhepunkt war der bemitleidenswert unbeholfene Flirt mit Frau Einigsen, bei dem der Kommissar gleich mehrere Fettnäpfchen traf.

Abgesehen vom winterlichen Ambiente im tief verschneiten Schleswig-Holstein, das nach einem langen Frühlings-Wochenende ein wenig unpassend wirkte, war auch bei Twitter und den Kritikern die Resonanz sehr positiv. "Unversehens endet der gut durchdachte, fein inszenierte und lakonisch erzählte Krimi in einem atemberaubenden Showdown", schreibt zum Beispiel "stern.de" und betont, dass die Kieler Tatorte zu den besten der Reihe gehören. Auch die Süddeutsche Zeitung fand den Tatort "sehenswert".

Menschenrechtsverletzungen im Tatort?

Nur das neue Twitter-Projekt "TatortWatch" hatte so einiges auszusetzen. Hier haben sich Innenpolitiker der Grünen vorgenommen, "Menschenrechtsverletzungen" im Tatort anzuprangern. In erster Linie gab es aber Kritik an fehlenden Rechtsbelehrungen und unsauberen juristischen Feinheiten. Ob das jedoch bei fiktiven Unterhaltungsstoffen relevante Beanstandungen sind, sein einmal dahingestellt.

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