Quoten-Sieg für Odenthal-Tatort

"Do is de Leich!" Kriminaltechniker Becker (Peter Espeloer) hat viel zu tun, um Lena Odenthal und Mario Kopper bei der Mörder-Suche zu helfen.

"Do is de Leich'!" Kriminaltechniker Becker (Peter Espeloer) hat viel zu tun, um Lena Odenthal und Mario Kopper bei der Mörder-Suche zu helfen. © SWR/Alexander Kluge

07.10.2013 · von Tobias Frauen

9,08 Millionen Zuschauer haben gestern abend dabei zugeschaut, wie sich das Ludwigshafener Tatort-Team in eine übertriebene Hysterie um gewaltbereite Schüler hineinsteigerte. Mit einem Marktanteil von 26% (14-49: 2,96 Mio.; 21,1%) holte der Tatort damit locker den Tagessieg vor der Spielfilm-Konkurrenz von RTL und ProSieben.

Dabei hagelte es während des Tatortes auf Twitter teilweise bitterböse Kritik. Die verkrampft-eindimensionale Kausalkette "Jugendlicher - Computerfreak - Frust - Amoklauf" hat man so schon unzählige Male gesehen. Der von Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) so oft eingesetzte moralische Zeigefinger macht es bei "Freunde bis in den Tod" nicht tiefgründiger und differenzierter.

Auch wenn die Nebenrollen mit Leonie Benesch, Anian Zollner und dem neuen Frankfurter Tatort-Kommissar Wolfram Koch gut besetzt waren, bremste das hölzerne Drehbuch das durchaus sehenswerte Bemühen der Darsteller. Nicht nur auf Twitter stellten sich die Zuschauer die Frage, warum offensichtliche Dinge immer wieder in den Dialogen von neuem durchgekaut werden mussten.

Ein kleines Trostpflaster: Immerhin ließ nach dem Tatort Günter Jauch die thematische Steilvorlage links liegen und widmete sich lieber den Nachwehen der Bundestagswahl. Noch mehr populistische und simplifizierende Panik-Mache wäre auch nur schwer zu ertragen gewesen.

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