Porno-Tatort aus München: Gnihihihihihi!

Tatort "Hardcore" aus München: Eine Frau, 25 Männer - der Fall sparte nicht an bizarren Details. ©BR/Hagen Keller

09.10.2017 · von Tobias Frauen

Der Porno-Tatort aus München schlägt hohe Wellen: Während die Einen (zum Teil scheinheilig) empört sind über die detailreichen Schilderungen, feiern andere das Drehbuch. Der Quote sind solche Diskussionen wie immer zuträglich, 9,12 Millionen (25,5%) waren dabei. Den Tagessieg holte aber ausnahmsweise RTL mit dem WM-Quali-Spiel.

Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo dazwischen. "Hardcore" ist hemmungslos voyeuristisch, nicht unbedingt auf Bild-Ebene, dafür aber bei Schilderungen und Begrifflichkeiten. Außerdem verharmlosen die Figuren das Milieu, alle sind freiwillig dort und arbeiten mit Gesundheits-Nachweis. Es wirkt ein wenig so, als sei das Sujet vor allem als aufmerksamkeitsstarker Aufhänger gewählt worden, rein qualitativ ist dieser München-Tatort eher Mittelklasse.

Die Unentschlossenheit und Bigotterie wird zuvorderst von den Kommissaren verkörpert. Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl), die zwei Dauer-Singles im Herbst ihrer Karriere, die sich kopfschüttelnd von Kalli (Ferdinand Hofer) die Details erklären lassen müssen und dann "Das Land der Dichter und Denker..." murmeln. Gleichzeitig wird aber dem guten, alten Lederhosen-Film hinterhergetrauert und von der Freizügigkeit zu Jugendzeiten geschwärmt. Das lässt sich wohl unter "Zugeständnis an das Stammpublikum" werten.

Dafür hatten die Drehbuchautoren (Philip Koch, auch Regie, und Bartosz Grudziecki) spürbar Spaß am Schreiben, allerdings immer auf der Kippe zum Pubertären. Die Dialoge strotzen nur so von Zweideutigkeiten, und einzelne Szenen waren herrlich lakonisch. Klar, dass Twitter da sofort mit einstimmt und zur Höchstform aufläuft...

Das sagt Twitter zum Porno-Tatort

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