Pflege-Tatort aus Bremen: Selten so geweint

Tatort Bremen: Inga Lürsen (Sabine Postel) blickt in die Abgründe der Pflege. © Radio Bremen/Christine Schröder

12.03.2018 · von Tobias Frauen

Wenn der Tatort sich eines realen Problem annimmt, kann das ganz leicht in die Hose gehen. Oder das Ergebnis ist so wie der Bremer Tatort "Im toten Winkel". Nach fast ausschließlich positiven Vorab-Kritiken erntet das beklemmend realistische Pflege-Drama auch bei Twitter, Facebook und Co. jede Menge Lob. Auch die Quoten stimmen: Mit 10,21 Millionen Zuschauer und 27,9 % hat das Thema die verdiente Aufmerksamkeit bekommen.

Viele Twitter-Kommentatoren berichteten während und nach dem Tatort aus ihren eigenen Erfahrungen mit pflegebedürftigen Angehörigen. Vor allem die Darstellung der MDK und dem hilflosen Ausgeliefertsein erntete jede Menge Resonanz. Auch die Varianz des Gezeigten - demente Senioren, überforderte Kinder und tragische Unfälle die in jungen Jahren zur Pflege führen - kam gut an.

Und die Kommissare? Im Gegensatz zu manch anderem, Betroffenheits-triefenden Tatort-Ermittler agierten Inga Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) dezent und zurückgenommen, ohne sich klein zu machen. Selbst Ingas Beschäftigung mit dem eigenen Alter und der Rolle, die Tochter Helen (Camilla Renschke) dabei spielen soll, wirkte authentisch und nicht aufgesetzt. Wer "Im toten Winkel" verpasst hat, sollte ihn unbedingt in der Mediathelk nachgucken. Denn dieser Fall aus Bremen wird noch lange eine Referenz für äußerst gelungene, gesellschaftspolitisch relevante Fälle sein - und ist schon jetzt einer der besten Fälle 2018!

Das sagt Twitter zum Pflege-Tatort aus Bremen

Kaum ironische Kommentare, Witzchen oder negative Kritik. Der Tatort sorgte vielerorten für Sprachlosigkeit.

Na gut, ein bisschen was zum schmunzeln gab es dann doch bei Twitter. Aber auch das war dann geistreich verpackte Kritik an den Zuständen.

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