Neujahrs-Tatort aus Weimar: Auf dem Rücken der Pferde...

Tatort Weimar: Christian Ulmen und Nora Tschirner in Höchstform!

Tatort Weimar: Christian Ulmen und Nora Tschirner in Höchstform! © MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer

31.12.2018 · von Tobias Frauen

Der Tatort aus Weimar scheiden sich wie immer die Geister: Die einen (unter anderem wir) halten Christian Ulmen und Nora Tschirner für begnadete Schauspieler und Improvisateure, die ein vielschichtiges Drehbuch mit jeder Menge Ironie und geschliffenen Dialogen perfekt umsetzen. Die anderen können mir dem Humor der Autoren Murmel Clausen und Andreas Pflüger nicht viel anfangen und suchen auch nach fünf Jahren immer noch den ernsten Fall hinter der Fassade. Da reiht sich der Neujahrs-Tatort "Der höllische Heinz" nahtlos ein: Ein großartiger Film, der aber nicht überall so gut ankommen wird.

Worum geht's im Tatort aus Weimar?

Ein toter Indianer wird aus der Ilm gefischt. Es handelt sich um Wolfgang Weber, dem die Westernstadt El Doroda gehörte. Von seinem Geschäftsführer Heinz Knapps (Peter Kurth) erfahren die Weimarer Kommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen), dass Weber den Pächtern der Westernstadt kündigen wollte. Haben die Hobbyisten in ihrer Verzweiflung eine Lynchparty gefeiert?

Während Kira in El Doroda undercover ermittelt und dabei beweist, dass ein echtes Cowgirl in ihr steckt, stößt Lessing auf die knallharte Bauunternehmerin Ellen Kircher (Marie-Lou Sellem). Die lässt von ihrem Rocker-Sohn Nick (Martin Baden) Angst und Schrecken in der Westernstadt verbreiten, seit sie dort eine geothermische Bohrung in den Sand gesetzt hat, für die Weber nicht zahlen wollte. Doch ein Anschlag auf Heinz Knapps deutet darauf hin, dass hinter dem Mord am Indianer ein tieferes Geheimnis steckt.

Lohnt sich das Einschalten beim Tatort?

Ja! Der Krimi ist sehr unterhaltsam, voller unzähliger kleiner, feiner Szenen und Pointen und feuert am Tag nach Silvester das aus der thüringischen Stadt inzwischen gewohnte Wortwitz-Feuerwerk ab. Natürlich passen auch die Darsteller perfekt dazu. Alle samt nehmen sich nicht allzu ernst und die Bösen sind wie immer in den Weimar-Krimis herrlich eindimensional böse. Richtig gute Szenen hat diesmal auch Schauspieler Arndt Schwering-Sohnrey als Polizist Ludwig "Lupo" Pohl - mit seinem Motorrad oder als etwas anderer Geflügelexperte im Großraumzelt, das von außen betrachtet eigentlich ganz klein war. Der Film hält noch ein Highlight bereit: Wer schon immer wissen wollte, wie Nora Tschirner eigentlich singt, der wird es nun erfahren.

Wie immer gilt: Wer Derrick hinterhertrauert und den Münster-Tatort für den Gipfel humoristischen Schaffens hält, der braucht bei "Der höllische Heinz" nicht einzuschalten. Alle anderen, die sich auf Ironie, Wortwitz und eine fantasievolle Nonsens-Geschichte freuen, werden von diesem Tatort begeistert sein!

(mit Material von Spot On News)

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