Murot-Tatort spaltet Fernseh-Deutschland

Felix Murot (Ulrich Tukur) verwirrt nicht nur seine Partnerin Magda Wächter (Barbara Philipp). © HR/Bettina Müller,

18.02.2019 · von Tobias Frauen

Dass "Murot und das Murmeltier" nicht jedem gefallen würde, war von Anfang an klar. Der experimentierfreudige Hessische Rundfunk ist seinem Ruf mal wieder gerecht geworden und hat einen Tatort produziert, wie es ihn bislang noch nicht gab. Das sorgte für Diskussionen: Während bei Twitter und Facebook die euphorischen Urteile überwogen, gaben vor allem die älteren Zuschauer auf eine andere Art ihr Urteil ab: Sie schalteten aus. Bei den 14-49-Jährigen war der Fall aus Wiesbaden Tagessieger, bei den Über-50-Jährigen fiel er komplett durch. Unterm Strich ein hauchdünner Tagessieg mit für einen Tatort sehr schwachen 6,88 Millionen Zuschauern.

Wie schon der hochgelobte "Im Schmerz geboren" sprengte der siebte Film mit Ulrich Tukur als Felix Murot sämtliche Erzähl-Grenzen. Zugegeben, die Idee ist nicht neu, mit Bill Murray in der Hauptrolle wurde das Thema Zeitschleife zum Film-Klassiker. Genial ist die Herangehensweise des Drehbuchs: Mal lassen sie den Kommissar die exakt gleichen Dinge tun wie vorher, mal bricht er mit der Routine und macht sich einen entspannten Tag im Grünen. Einfach mal die Sau rauslassen und anderen die Meinung sagen, ohne an die Konsequenzen denken zu müssen - wer träumt nicht davon?

Doch der Kriminalist in ihm kommt nicht zur Ruhe. Insgesamt zwölf mal wacht Murot wieder auf, und immer öfter bekommt der LKA-Kommissar Hinweise zu der Geiselnahme in der Bank. Die ist eigentlich völlig nebensächlich, birgt jedoch am Ende die Möglichkeit zum Ausstieg aus der Zeitschleife.

Der Kern dieses ungewöhnlichen Tatortes liegt (wie immer) irgendwo zwischen den Nörglern und den Euphorisierten. Vor allem die große Zustimmung unter den jüngeren Zuschauern zeigt, wie dringend notwendig solche Experimente wie "Murot und das Murmeltier" und ungewöhnliche Erzähl-Ansätze sind. Ohne solche Innovationen ist die Reihe nicht überlebensfähig. Allerdings zeigt sich auch, wie leicht Stamm-Zuschauer zu vergraulen sind.

Die besten Tweets zum Murot-Tatort

Wer es nicht verfolgt hat: Der Dauer-Gag bei Twitter war, ständig die gleichen Tweets zu senden. Zeitschleife und so. Haha. Das ersparen wir euch.

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