Kreuzverhör: Lohnt das Einschalten beim Köln-Tatort "Trautes Heim"?

In "Trautes Heim" müssen die Kölner Tatort-Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) einen entführten Jungen finden.

In "Trautes Heim" müssen die Kölner Tatort-Kommissare Freddy Schenk (Dietmar Bär) und Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) einen entführten Jungen finden. © WDR/Martin Menke

18.04.2013 · von Tobias Frauen

Ein entführtes Kind und ein überfahrener Motorradfahrer – damit haben es Ballauf und Schenk in "Trautes Heim" zu tun. Und die Geschichte geht mit einigen überraschenden Wendungen weiter.

Worum geht es?

Bei der Entführung des achtjährigen Lukas wird ein Zeuge überfahren und stirbt. Die Kommissare am Tatort Köln, Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär), nehmen das Umfeld des Jungen unter die Lupe: Auf den ersten Blick sind Vater Roman Sasse (Barnaby Metschurat) und seine Partnerin Simone Schäfer (Alma Leiberg) eine Bilderbuch-Familie. Doch Sasse führt ein verhängnisvolles Doppelleben. Hat er auch etwas mit der Entführung seines Sohnes zu tun?

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

Angenehmerweise weder noch! Zu lachen gibt es zwar nicht viel, aber es werden auch keine weltbewegenden Probleme gewälzt. Wer in diesem Kölner Tatort Dreck am Stecken hat, ist selber schuld. Deswegen können Ballauf und Schenk auch weitgehend entspannt vor sich hin ermitteln. Das führt dazu, dass auch die altgedienten Kommissare streckenweise etwas lust- und antriebslos wirken, aber immerhin auch nicht ständig mit dem Zeigefinger wedeln. Alles in allem zwar keine Sternstunde, aber ein guter Tatort nach klassischem Strickmuster zum Miträtseln.

Ist die Handlung glaubwürdig?

Ohne vorab zuviel verraten zu wollen: Einige Wendungen sind seeeeehr willkürlich zurecht konstruiert. Der eigentliche Fall droht dabei in den Hintergrund zu treten, denn viele Protagonisten haben auch ohne Entführung und Mord die eine oder andere (metaphorische) Leiche im Keller. Die schlussendliche Lösung kommt dann recht überraschend daher.

Bester Auftritt

Gibt es eigentlich nicht. Alle machen ihre Sache ordentlich, von einigen hölzernen Dialogen mal abgesehen. Es sticht aber auch niemand heraus.

Was muss man sich merken?

Franziska (Tessa Mittelstaedt), die treue Assistentin von Ballauf und Schenk, macht nach mehreren vergeblichen Anläufen für einen gemeinsamen Kino-Besuch mit ihrem Freund Schluss. Ist das schon Vorbereitung für Franziskas Ausstieg im nächsten Tatort aus Köln?

Wie greift Günther Jauch den Tatort anschließend auf?

Nachdem die letzte Sendung (dank tatkräftiger und personeller Unterstützung der Bild-Zeitung) eine einzige Lobhudelei auf Angela Merkel war, müsste bei einem Rest journalistischen Anspruches jetzt eigentlich Peer Steinbrück dran sein. Die Frage ist nur: Wen gibt es, der ihn eine Stunde lang öffentlich lobt? Mit dem Tatort hat das freilich nichts zu tun, aber das ist vielleicht auch besser so...

"Trautes Heim" läuft am Sonntag, den 21. April, um 20:15 Uhr in der ARD.

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