Insel-Tatort mit Borowski: David Lynch und Detlev Buck

Tatort Kiel: Die schöne Famke (Christiane Paul) wickelt Kommissar Borowski um den Finger.

Tatort Kiel: Die schöne Famke (Christiane Paul) wickelt Kommissar Borowski um den Finger. © NDR/Christine Schroeder

26.02.2018 · von Tobias Frauen

"Hallo, ich habe meinen mysteriösen Lover beim Liebesspiel ersticken lassen und möchte jetzt mit dir ins Bett!" So oder so ähnlich ließe sich die Geschichte des Kieler Tatortes "Borowski und das Land zwischen den Meeren" verkürzt zusammen fassen. Der Kommissar wird von einer grandiosen Christiane Paul alias Famke Oejen um den Finger gewickelt, und erlebt in 90 Film-Minuten sämtliche Abgründe und Leidenschaften der geheimnisvollen Frau.

Klingt ein wenig verwirrend, war es auch. Der übersichtliche Insel-Kosmos gepaart mit bruchstückhaften Traumsequenzen und der Unzurechnungsfähigkeit der meisten Figuren - Borowski (Axel Milberg) eingeschlossen - machten den Tatort zu einem Film der Gegensätze. Das ist nicht jedermanns Sache, die skandinavisch geprägten Bilder, Erzählstrukturen und Figuren mag man oder eben nicht. Auch wenn es viele negative Kommentare gab, auch der Kiel-Tatort überspringt die magische Zehn-Millionen-Marke (10,24 Mio.; 27,9% Marktanteil), die Erfolgskurve hält weiter an.

Was bleibt von "Borowski und das Land zwischen den Meeren"? Herausragende Bilder, eine Hommage an den Norden und seine Bewohner. Knappe Sätze, kein Wort zu viel und lakonische Grundhaltung sind eine erfrischende Abwechslung zum Wortreichtum und Doppelt-Erklären vieler anderer Schauplätze. Borowski-Tatorte waren schon immer speziell und eng mit der Region verbunden. Und Borowski selber, als mürrischer Einzelgänger gestartet, merkt nach dem Abgang von Sarah Brandt, dass er in Gesellschaft besser ist. Auch wenn leider nicht Insel-Polizistin Maren Schütz (Anna Schimrigk) die neue Kollegin in Kiel sein wird, wie viele sich wünschten, die Leidenszeit des Kommissars ist im nächsten Fall vorbei. Fast schon schade.

Das sagt Twitter zum Tatort aus Kiel

Runhgolt, Friedrich, Storm...der Tatort bedient sich munter im norddeutschen Kulturgut.

Gehört der Tod in der Badewanne auch schon dazu?

Niemand bringt Dinge so schön auf den Punkt wie Norddeutsche. Niemand.

Die Tatort-Fangemeinde war gespalten: Hochachtung bei den Einen, Verwirrung bei den Anderen.

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