Experimentierfreudiger Auftakt in die neue Tatort-Saison

Die Nerven liegen blank: Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ermitteln nach einem Giftanschlag im KKL.

© SRF/Hugofilm

Die Nerven liegen blank: Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ermitteln nach einem Giftanschlag im KKL.

Will Gutes tun: Walter Loving (Hans Hollmann) begrüsst die VIP-Gäste zum Benefizkonzert.

© SRF/Hugofilm

Will Gutes tun: Walter Loving (Hans Hollmann) begrüsst die VIP-Gäste zum Benefizkonzert.

Ruhe vor dem Sturm: Noch lauschen die Gäste gebannt dem Konzert.

© SRF/Hugofilm

Ruhe vor dem Sturm: Noch lauschen die Gäste gebannt dem Konzert.

Die Pianistin Miriam Goldstein (Teresa Harder) wird von Jelena Princip (Uygar Tamer) unter Druck gesetzt.

© SRF/Hugofilm

Die Pianistin Miriam Goldstein (Teresa Harder) wird von Jelena Princip (Uygar Tamer) unter Druck gesetzt.

Kommissarin Ritschard ist fassungslos: Ein Giftanschlag im KKL und ihr Kollege Flückiger ist nicht erreichbar.

© SRF/Hugofilm

Kommissarin Ritschard ist fassungslos: Ein Giftanschlag im KKL und ihr Kollege Flückiger ist nicht erreichbar.

Ein Rennen gegen die Zeit: Flückiger und Ritschard ermitteln während eines laufenden Konzertes.

© SRF/Hugofilm

Ein Rennen gegen die Zeit: Flückiger und Ritschard ermitteln während eines laufenden Konzertes.

Tragische Liebe: Elena Princip und Franky Loving (Andri Schenardi).

© SRF/Hugofilm

Tragische Liebe: Elena Princip und Franky Loving (Andri Schenardi).
03.08.2018 · von Tim Sievers

Mit dem Tatort "Die Musik stirbt zuletzt" (5. August, 20:15 Uhr, das Erste) aus der Schweiz beginnt die neue Sonntagskrimi-Saison 2018/2019. Worum geht es in dem Echtzeit-Krimi? Für wen lohnt sich das Einschalten? Hier bekommt ihr die wichtigsten Antworten...

Worum geht's im Krimi?

Die Welt der Schönen, Reichen und Berühmten versammelt sich im Kultur- und Kongresszentrum Luzern. Denn der schwerreiche Unternehmer und Mäzen Walter Loving (Hans Hollmann) veranstaltet ein Benefiz-Konzert mit dem argentinischen "Jewish Chamber Orchestra". Präsentiert wird klassische Musik von Komponisten, die während des Zweiten Weltkrieges in Konzentrationslagern umgekommen sind. So soll den Opfern des Holocaust gedacht werden. Walter Loving selbst hat damals zahlreichen Juden zur Flucht verholfen und ihnen damit das Leben gerettet.

Doch ist der Patriarch wirklich der Gutmensch, den alle gerne in ihm sehen? Nicht nur sein "missratener" Sohn Franky Loving (Andri Schenardi) hat mit seinem Vater noch eine Rechnung offen. Auch die berühmte jüdische Pianistin Miriam Goldstein (Teresa Harder) plant, während des Konzerts ein dunkles Geheimnis der Familie Loving zu lüften. Ein unbekannter Erpresser will das allerdings verhindern. Und nach einem Giftanschlag auf einen der Orchester-Musiker sind die Kommissare Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) gefragt...

Lohnt sich das Einschalten?

Ja und nein. Klassik-Tatort-Fans, die ihren Abend nicht durch ein filmisches Experiment und einen etwas zu konstruierten Fall verderben wollen, sollten nicht einschalten. Stattdessen sollten sie sich gleich den 19. August vormerken, denn da startet die Sonntagskrimi-Saison - nach der Leichtathletik-Pause am 12. August - richtig. Gezeigt wird dann der Polizeiruf "Das Gespenst der Freiheit" mit Matthias Brandt (56, "Babylon Berlin") als Kommissar Hanns von Meuffels - sehr gute und klassische Krimi-Kost.

Aber zurück zum 14. Schweiz-Krimi: Wer jedoch ein spannendes Experiment sehen möchte, sollte am Sonntag einschalten, denn Regisseur Dani Levy (60, "Alles auf Zucker!") und sein Team haben einen wirklich ungewöhnlichen Film geschaffen. Die gesamte Handlung wird in Echtzeit erzählt. Kameramann Filip Zumbrunn (49, "Eleanor & Colette") folgte den Protagonisten in einer einzigen Kameraeinstellung ohne Unterbrechungen und Schnitte.

Ähnlich einer Theateraufführung - an die der teils kammerspielartige Krimi phasenweise auch erinnert - wurde der Film nach langen und intensiven Proben an vier Abenden jeweils komplett durchgespielt. Eine Höchstleitung auch der Schauspieler. Besonders faszinierend sind dabei die unterschiedlichen Methoden, wie von einer Szene zur nächsten gewechselt wird. Verbindendes Element ist ein ums andere Mal der charismatische Schweizer Schauspieler Andri Schenardi (37), mit dem Levy auch schon den sehr sehenswerten Luzern-Krimi "Schmutziger Donnerstag" von 2013 gedreht hat.

Wer will, kann einige der Sätze, die Franky Loving (Schenardi) bisweilen direkt an die Zuschauer richtet, als kleine Retourkutschen an die ewigen Schweiz-Tatort-Kritiker verstehen. Denn, dass diese Krimis keinesfalls so schlecht sind wie ihr Ruf, darf ruhig auch mal betont werden. Die letzten beiden Luzerner-Tatorte werden 2019 ausgestrahlt.

 

Quelle: spot on news AG

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