Einbruchs-Tatort aus Hamburg: Neugraben ist überall

Tatort Hamburg: Die Bundespolizisten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) ermitteln in "Treibjagd" in einer Einbruchsserie.

© NDR/Sandra Hoever

Tatort Hamburg: Die Bundespolizisten Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) ermitteln in "Treibjagd" in einer Einbruchsserie.

Eine Nachbarschaft in Neugraben wird nach und nach ausgeraubt, Falke und Grosz gehören einer Sonderkommission an.

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Eine Nachbarschaft in Neugraben wird nach und nach ausgeraubt, Falke und Grosz gehören einer Sonderkommission an.

Unter der Führung der Brüder Dieter (Jörg Pose) und Bernd Kranzbühler (Andreas Lust) haben sie die Nachbarn in einer Bürgerwehr organisiert.

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Unter der Führung der Brüder Dieter (Jörg Pose) und Bernd Kranzbühler (Andreas Lust) haben sie die Nachbarn in einer Bürgerwehr organisiert.

Als einer der Einbrecher im Wohnzimmer von Kranzbühler erschossen wird, droht die Lage zu eskalieren.

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Als einer der Einbrecher im Wohnzimmer von Kranzbühler erschossen wird, droht die Lage zu eskalieren.

Im Internet rollt eine Hass-Welle, auch Falkes Sohn Torben (Levin Liam) wird bedroht.

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Im Internet rollt eine Hass-Welle, auch Falkes Sohn Torben (Levin Liam) wird bedroht.
16.11.2018 · von Tobias Frauen

Herbstzeit ist Einbruchszeit, von daher gesehen passt der Tatort "Treibjagd" in dieser Woche bestens zur Jahreszeit. Statt mit Schleusern und Terroristen haben es Falke und Grosz von der Bundespolizei dieses Mal mit einem relativ banalen Verbrechen zu tun, das dann etwas aus derm Ruder läuft. Gutes Thema also, allerdings nicht immer stringent umgesetzt.

Aber von Anfang an: Die Bürger im Hamburger Stadtteil Neugraben leiden seit langem unter einer Einbruchserie. Trotz einer eigens eingerichteten Sonderkommission gegen organisierte Einbruchsbanden, für die auch die Kommissare Falke (Wotan Wilke Möhring) und Grosz (Franziska Weisz) tätig sind, leben die Anwohner weiter in Angst.

Als ein junger Mann bei einem Einbruchsversuch auf frischer Tat vom Besitzer eines Einfamilienhauses erschossen wird, scheint der Fall zunächst klar: Der Einbrecher hatte eine Waffe bei sich, und der Anwohner handelte in Notwehr. Doch die Waffe entpuppt sich als Attrappe und der Einbrecher hatte einen Komplizen, der flüchten konnte.

Falke hatte den jungen Einbrecher schon zuvor verhört, ihn aber wieder frei gelassen. Über den Tatort-Ermittlern entlädt sich eine Hass-Welle in den sozialen Medien, selbst Falkes Sohn wird bedroht. Die Bundespolizisten müssen nicht nur unter den aufgestachelten Nachbarn (Andreas Lust, Jörg Pose u.A.) einen Mörder finden, sondern auch auch noch gegen die sogenannte "Öffentliche Meinung" wehren.

Lohnt sich der Tatort "Treibjagd"?

Ja, denn Einbrüche und das schwere und traumatisierende Ohnmachtsgefühl, das sie häufig hinterlassen, sind durchaus ein gesellschaftlich relevantes Thema. Durch die Kombination mit den Gefahren, die von Bürgerwehren sowie der Anonymität in den (noch) nicht streng reglementierten sozialen Netzwerken ausgehen, droht der Tatort ein wenig überfrachtet zu werden. Interessant ist auch der Ansatz, dass das Einbrecher-Duo nicht als durch und durch böse dargestellt wird und umgekehrt die Bestohlenen nicht nur die harmlosen Opfer sind.

An manchen Stellen kommen einem die Nachbarn dennoch etwas zu einfach gestrickt und erstaunlich leicht erpressbar vor. Und auch das viele Hin und Her im Wald oder die Hundezentrale auf einer Lichtung sind im realen Leben vielleicht denkbar, in diesem TV-Krimi wirkt es zuweilen aber eher unfreiwillig komisch.

Falke und Grosz wirken in diesem fast biederen Fall allerdings etwas unterfordert, da geht mehr! Schön aber, dass die beiden quasi heimatlosen Ermittler endlich mal wieder "zuhause" in Hamburg ermitteln dürfen.

Alles in allem ist "Treibjagd" ein klassischer Tatort mit einigen spannenden Szenen, aber weit entfernt von einem Highlight. Das spannende Highlight gibt's am Schluss - ob die Krimi-Macher wohl die volle Härte wagen?

(mit Material von Spot On News)

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