Echtzeit-Tatort aus Luzern: Seltsam, aber faszinierend

Ein Rennen gegen die Zeit: Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ermitteln während eines laufenden Konzertes.

© SRF/Hugofilm

Ein Rennen gegen die Zeit: Reto Flückiger (Stefan Gubser) und Liz Ritschard (Delia Mayer) ermitteln während eines laufenden Konzertes.

Die Nerven liegen blank: Flückiger und Ritschard ermitteln nach einem Giftanschlag im KKL.

© SRF/Hugofilm

Die Nerven liegen blank: Flückiger und Ritschard ermitteln nach einem Giftanschlag im KKL.

Will Gutes tun: Walter Loving (Hans Hollmann) begrüsst die VIP-Gäste zum Benefizkonzert.

© SRF/Hugofilm

Will Gutes tun: Walter Loving (Hans Hollmann) begrüsst die VIP-Gäste zum Benefizkonzert.

Ruhe vor dem Sturm: Noch lauschen die Gäste gebannt dem Konzert.

© SRF/Hugofilm

Ruhe vor dem Sturm: Noch lauschen die Gäste gebannt dem Konzert.

Die Pianistin Miriam Goldstein (Teresa Harder) wird von Jelena Princip (Uygar Tamer) unter Druck gesetzt.

© SRF/Hugofilm

Die Pianistin Miriam Goldstein (Teresa Harder) wird von Jelena Princip (Uygar Tamer) unter Druck gesetzt.

Kommissarin Ritschard ist fassungslos: Ein Giftanschlag im KKL und ihr Kollege Flückiger ist nicht erreichbar.

© SRF/Hugofilm

Kommissarin Ritschard ist fassungslos: Ein Giftanschlag im KKL und ihr Kollege Flückiger ist nicht erreichbar.

Tragische Liebe: Elena Princip und Franky Loving (Andri Schenardi).

© SRF/Hugofilm

Tragische Liebe: Elena Princip und Franky Loving (Andri Schenardi).
06.08.2018 · von Tim Sievers

Dieser Tatort war ein Unikat. Zum ersten Mal wurde der komplette Film in einem Stück gedreht, ohne Pause, ohne Schnitt. Ein gewagtes Experiment, doch es hat sich gelohnt. Natürlich zum Einen wegen der eigenwilligen, aber spannenden Kameraführung. Die Handlung wurde vor einem Jahr an insgesamt vier Drehtagen am Stück aufgenommen. Zwei Tage waren dabei für die schweizerdeutsche Fassung, zwei Tage für die hochdeutsche Version vorgesehen. Und hier liegt das zweite große Plus dieses Tatorts: endlich keine Synchronisation! Die sorgte in den vergangenen Luzern-Episoden häufiger für Fremdschämen und Grusel als der Fall selbst.

Über die Handlung mag man streiten. Sehr verwirrend, der Zuschauer kommt erst langsam dahinter, um was es eigentlich geht. Und auch das Ende ist ambivalent: Der Fluchthelfer Walter Loving hat sich für seine Dienstleistung kräftigst gut bezahlen lassen. Dass dann doch nicht alle Juden rechtzeitig rauskamen und im KZ landeten - nicht sein Problem. Zwar gibt es das jüdische Sprichwort: "Wer einen Menschen rettet, der rettet die ganze Welt". Aber nach diesem Offenbarungseid Standing Ovations? Zumindest schwierig.

Mit 4,79 Millionen Zuschauern (Marktanteil: 17,5%) hatte der Tatort das kleinste Publikum seit 2002. Damals schalteten bei "Elvis lebt!" aus Wien gerade einmal 4,47 Millionen Menschen ein.

Wir finden: ein äußerst gelungenes Experiment. Hut ab vor der Leistung des gesamten Produktionsteams, insbesodere jedoch von Kameramann Filip Zumbrunn. Da sich insbesondere bei den schnelleren Szenen jedoch einige Zuschauer ob der Wackelkamera über Seekrankheit beschwerten, sollte der Echtzeit-Tatort "Die Musik stirbt zuletzt" das bleiben, was er ist: ein Unikat.

Was sagt Twitter zum Tatort aus Luzern?

Hier die Kommentare der "Pro"-Fraktion:

Für die Traditionalisten war das natürlich alles nix:

Und sonst noch so?

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