Doppelter Tagessieg und viel Lob für "Die fette Hoppe"

Erster Fall für das neue Tatort-Team aus Weimar: Herr Lessing (Christian Ulmen) wird von Kira Dorn (Nora Tschirner) in Weimer eingeführt.

Erster Fall für das neue Tatort-Team aus Weimar: Herr Lessing (Christian Ulmen) wird von Kira Dorn (Nora Tschirner) in Weimer eingeführt. © MDR/Andreas Wünschirs

27.12.2013 · von Tobias Frauen

Nach Til Schweiger war das Team Ulmen/Tschirner im Vorfeld wohl das am meisten diskutierte Debüt des Jahres 2013. Die einen mokierten sich über die Komödien-gestählten Schauspieler, die anderen meckerten über ein weiteres neues Team in der Tatort-Landschaft und den Status als einmaliger "Event-Tatort". Doch das Team ließ sich davon nicht beirren und legte einen der besten Tatorte seit sehr langer Zeit hin.

Eine halbwegs logische Story ohne verkrampften Überbau, brilliante Schauspieler mit perfektem Timing und ein Feuerwerk an guten Dialogen. Mit 8,03 Millionen Zuschauern und einem Anteil von 23,9 % (14-49: 2,58 Mio.; 20,2 %) holte "Die fette Hoppe" damit zwar bei Jung und Alt den Tagessieg, blieb allerdings im Vergleich mit anderen Tatorten nur Durchschnitt. Angesichts der Konkurrenz aus "Traumschiff", "Illuminati" und "Transformers" aber ein beachtliches Ergebnis. Auch auf den Social Media-Plattformen kam der Weimar-Tatort bestens an, bei Twitter und Facebook gab es zum größten Teil begeisterte Reaktionen.

Man merkt, dass Christian Ulmen alias Herr Lessing und Nora Tschirner alias Kira Dorn seit Jahren aufeinander eingespielt sind. Gerade deswegen wirkte dieser Weimar-Tatort wunderbar leichtfüßig und natürlich - ganz im Gegensatz zu den oftmals getragenen und weltfremden Dialogen, mit denen andere Ermittler uns bisweilen die Handlung näherbringen sollen. Man kann den MDR nur zu dieser Konstallation beglückwünschen, gerade weil der Sender sonst in Tatort-Dingen nicht immer ein glückliches Händchen hat. Angesichts der Aufregung um die Hauptdarsteller und die versehentlich ins Bild geratenen Passanten stand auch "Die fette Hoppe" nicht immer unter einem guten Stern.

Auch wenn es nicht ganz überraschend kam, dass Herr Lessing für Kira Dorns dicken Bauch verantwortlich ist, stören die privaten Aspekte hier erstaunlich wenig. Immerhin betonen alle immer wieder, dass es Grenzen geben müsse. Die angekündigte zweite Auflage des Weimar-Tatortes freut nach diesem Debüt umso mehr, denn die sympathischen Figuren und tollen Schauspieler wären für nur 90 Minuten nahezu Verschwendung.

Für Alt-Kommissare gehört Meckern zum guten Ton

Soviel Lobhudelei, gab es denn nichts zu meckern? Auch mit weihnachtlicher Milde waren die Reminiszenzen an Weimars Kulturgüter etwas zu viel und etwas zu aufgesetzt. Auch dass Kira Dorn alles und jeden in der Stadt kennt, darf im zweiten Tatort gerne zurückgefahren werden.

Doch all die alteingesessenen Kommissare, bei denen es inzwischen zum guten Ton zu gehören scheint, via Interview gegen die Neulinge zu schießen, müssen sich warm anziehen. Auch wenn nicht jedes Debüt 2013 überzeugen konnte, sind viele neue Kommissare eine Bereicherung für die bis vor einigen Jahren etwas angestaubte Tatort-Landschaft!

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