Die Tops und Flops im Tatort 2017

Tatort-Jahr 2017: Während Lena Odenthal bei einem Experiemnt scheiterte, lieferte Falke den wichtigsten Tatort des Jahres ab.

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Tatort-Jahr 2017: Während Lena Odenthal bei einem Experiemnt scheiterte, lieferte Falke den wichtigsten Tatort des Jahres ab.
28.12.2017 · von Tobias Frauen

Die Tatort-Flops 2018

Babbeldasch
Experiemente sind super (siehe Tops), können  aber auch schief gehen. "Babbeldasch" hat im März eine neue und nur schwer zu toppende "Worst"-Marke in dieser Disziplin markiert. Improvisation, Laiendarsteller, Pfälzer Dialekt und obendrein Lena Odenthal – das war einfach zu viel. Aber bei Twitter wars lustig.

Level X
Der Tatort und neue Technologien, das ist ja schon seit Jahren ein Thema für sich. Zwar können inzwischen fast alle Kommissare ein Smartphone richtig halten, darüber hinaus wird es aber meistens peinlich. Der Dresden-Tatort wollte sich bei der jungen (also unter 49) Zielgruppe einschmeicheln und hat einen Fall rund um Prankster und Youtuber aufgelegt. Ging wie erwartet grandios in die Hose.

Terminierungen
Etwa 35 Tatort-Sonntage im Jahr und 21 verschiedene Teams, da sollte es nicht so schwer sein, ein Mindestmaß an Abwechslung in die Programmplanung zu bringen. Offenbar aber doch, denn 2017 gab es Frankfurt, Köln, München und Norddeutschland mehr oder weniger im Doppel-Feature.

Berlin
Der Hauptstadt-Tatort handelte erst vier zähe Folgen lang das Vorleben von Kommissar Karow ab, danach hoffte man auf etwas mehr Schwung. Fehlanzeige, auch die Fälle fünf und sechs waren wirr, überfrachtet und auf sehr anstrengende Weise verkopft. Passt aber auch irgendwie zu Berlin.

Schwarzwald
Der einzige neue Tatort 2017 zeigte sich im ersten Fall zwar angenehm unaufgeregt, aber auch irgendwie langweilig. Der Nachfolger des Konstanz-Tatortes tritt also in die Fußstapfen seines Vorgängers, nur die See-Bilder wurden durch Wald-Panoramen ersetzt.

Die Tatort-Tops 2017

Stau
Stau in der Stau-Hauptstadt Deutschlands, und mitten im Stau steht ein Mörder. Naheliegendes Szenario, von den Stuttgartern wunderbar umgesetzt, mit jeder Menge Lokalkolorit, spannend und unterhaltsam. Nur mit dem Auto nach Stuttgart möchte man danach nicht mehr…

Nachbarn
Freddy und Max in einem Kölner Tatort der kurzen Wege: Mordopfer und Verdächtige wohnen in der gleichen Straße und haben alle ihre Leichen im Keller. Schnörkelloser Fall zum Mitlösen, zu Recht mit einer Mega-Quote.

Starke Episodenrollen
So mancher Episoden-Darsteller spielte dieses Jahr die Kommissare an die Wand. Jens Harzer gleich doppelt in Wiesbaden (na gut, Ende 2016...) und Berlin, Nadeshda Brennicke als durchgeknallte Karriere-Frau in Bremen, Christoph Bach als U-Bahn-Bewohner in Berlin, um nur einige zu nennen. Außerdem werden die Besetzungen gefühlt ausgewogener, es gab kaum Doppel-Auftritte und auch unbekannte Gesichter sind zu sehen!

Dunkle Zeit
Der vielleicht wichtigste Tatort des Jahres: Ex-Punk Falke schlägt sich mit Rechtspopulisten herum. Dumpfes Gepöbel aus der braunen Ecke zeigt, dass dieser Fall den Nagel ziemlich gut auf den Kopf trifft – und aktuelle Spannungsfelder aufzeigt.

Experimente
Man kann es nicht oft genug betonen: Der Tatort lebt von Experimenten und ist nur dank Wagemut dort, wo er heute steht. Das kann schiefgehen (siehe "Babbeldasch" oder der Frankfurter Horror-Tatort), bringt aber in jedem Fall Abwechslung. Und ohne Experimente gäbe es weder Schimanski, noch den Münster-Tatort, noch Faber in Dortmund…

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