"Der treue Roy": Weimar ist das bessere Münster

Der dritte Tatort aus Weimar: Auch "Der treue Roy" mit Christian Ulmen und Nora Tschirner schlug wieder voll ein.

Der dritte Tatort aus Weimar: Auch "Der treue Roy" mit Christian Ulmen und Nora Tschirner schlug wieder voll ein. © MDR/Anke Neugebauer

25.04.2016 · von Tobias Frauen

Endlich eine Quote, die dem Tatort aus Weimar gerecht wird: Nach zwei Ausstrahlungen am Feiertag holte der dritte Fall "Der treue Roy" an einem normalen Sonntag 9,85 Millionen Zuschauer und einen Anteil von 26,4 % (14-49: 3,22 Mio.; 23,4%). Der dritte Fall schafft also endlich den Sprung in die Top-Liga des Tatort - und erntete ebenso gute Kritiken wie die Vorgänger.

Auch wenn sowohl bei Facebook als auch bei Twitter einige negative Stimmen zu lesen waren, der überwiegende Teil feierte Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) hart ab - zumindest den überwiegenden Teil des Films. Das Ende mit dem doppelt und dreifach toten Roy war dann doch ein wenig zu überdreht.

Dafür hagelte es reichlich grandiose Gags und tolle Dialoge. Durch das perfekt aufeinander abgestimmte Spiel von Tschirner und Ulmen saß fast jede Pointe. Wo die Münsteraner Ermittler ihre Späße gerne totreiten, genügt in Weimar ein einziges Wort: "Organspendeausweis." Man stelle sich solch eine Szene bei Boerne und Thiel vor: "Den, mein lieber Herr Thiel, hätte sich unser toter Freund hier wohl getrost sparen können. Bei einer Temperatur von 600 Grad bleibt vom menschlichen Körper nicht viel mehr als ein kleines Häufchen Asche übrig. Na gut, bei Ihnen wohl ein etwas größeres Häufchen Asche. Jedenfalls würden sämtliche Spenderorgane dann im Aschenbecher ihres lieben Herrn Vater wesentlich besser aufgehoben sein als in einem bemitleidenswerten Patienten von der Warteliste. Nicht wahr, Alberich?"

Mit Lessing und Dorn gelang dem MDR nach langer Zeit mal wieder ein Volltreffer, zum Glück haben Nora Tschirner und Christian Ulmen beide für weitere Tatorte aus Weimar zugesagt. Gemeinsam mit den Autoren Murmel Clausen und Andreas Pflüger bilden die Darsteller ein kongeniales Team. Weiter so - auch wenn die Story nicht ganz so abstrus zu sein braucht wie in "Der treue Roy". Eigentlich genügt es, wenn sich Ulmen und Tschirner 90 Minuten lang die Bälle zuspielen.

Das sagt Twitter zum Tatort aus Weimar

Eigentlich ist im Tatort aus Weimar ja alles egal, weil: Nora Tschirner ist dabei!

Was der Weimar-Tatort super kann: Mit extrem wenigen Mitteln eine großartige ironische Atmosphäre schaffen.

Was der Weimar-Tatort gar nicht kann: Den deutschen Krimi-Spießer begeistern (Und das ist auch gut so.)

Ach ja, und Nora Tschirner ist natürlich auch grandios!

Auf der einen Seite: Wenig überraschende Wendungen...

...auf der anderen Seite: Komplett abstruse Entwicklungen.

Und erst die Hauptdarstellerin...Hach!<3

Was viele bei Twitter etwas ratlos machte: Es gab wenig zu kommentieren, die besten Gags machte der Tatort schon selber. Na gut, zwei hätten wir dann doch noch:

 > 
Tatort-Blog.de