Bremer Katastrophen-Tatort holt souveränen Tagessieg

Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) am Tatort: Im Freibad stirbt eine Frau, nachdem sich das Duschwasser rot färbte. Doch das war nur ein Vorgeschmack auf das was noch kommen soll.

Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) am Tatort: Im Freibad stirbt eine Frau, nachdem sich das Duschwasser rot färbte. Doch das war nur ein Vorgeschmack dessen, was... © Radio Bremen/ARD Degeto/Svenja von Schultzendorff

17.05.2016 · von Tim Sievers

Heimlich, still und leise feierten die Eingeweihten gestern die 1000. Folge der Tatort-Geschichte. Die Jubiläumsfeier findet jedoch erst im Herbst statt, da es 13 Österreich-Tatorte nicht in die offizielle Liste geschafft haben (wir berichteten). Wer eingeschaltet hatte, erlebte einen spannenden Film mit Sabine Postel und Oliver Mommsen als gute Hauptakteure und mit (unter anderen) Barnaby Metschurat, Luise Wolfram und Friederike Becht vielen guten Nebendarstellern.

Das Team von Radio Bremen hat es geschafft, eines der ältesten Tatort-Teams (Sabine Postel alias Inga Lürsen ist immerhin schon seit 1997 in Bremen aktiv) mit der Zeit gehen zu lassen. Wo sich Batic und Leitmayr in München noch die E-Mails von Assistent Kalli Hammermann ausdrucken lassen, ist in Bremen die Moderne angekommen. Und das tut der Handlung und den Figuren gut. Auch das ältere Publikum ist durchaus mit moderner Technik vertraut und fremdelt nicht - wie manch anderer Tatort-Silberrücken - mit seinem Smartphone oder diesem bösen Internet.

Im aktuellen Fall hatten es die Ermittler mit einer Gruppe von Umweltaktivisten zu tun, die die Bremer Wasserversorgung vergiften wollen, um einen Häftling freizupressen. Aktueller Stoff, steht doch gerade mit TTIP und Glyphosat so einiges aus der Ecke "genmanipulierte Lebensmittel" auf der bundesdeutschen Aufregerskala. An einigen Enden war die Handlung natürlich überzogen und die Charaktere ein wenig überzeichnet, doch insgesamt konnten sich die Zuschauer über einen sehr guten Tatort freuen. Und am Ende bleibt die bange Frage, ob so etwas nicht auch in der Realität passieren könnte...

Schade nur, dass "Der hundertste Affe" mit 7,85 Millionen Zuschauern (Marktanteil 22,5%) irgendwo im Tatort-Mittelmaß landete. Das durchwachsene Wetter am Pfingstmontag hätte eine höhere Quote vermuten lassen. Trotzdem war es (natürlich) der Tagessieg bei den Einschaltquoten.

Die besten Twitter-Kommentare zum Tatort "Der hundertste Affe"

Gleich zu Beginn ließen sich auf Twitter sehr gute Sprüche zum etwas merkwürdigen Titel "Der hundertste Affe" absetzen:

Und nicht erst seit dieser Folge schalten wohl viele weibliche Zuschauer vor allem wegen Oliver Mommsen beim Bremer Tatort ein.

Zwischenzeitlich kam auch Neid durch.

Vor allem jedoch die technischen Fachkenntnisse der Ermittler versetzte das Twitter-Publikum in Verzückung.

Nun ja, fast alle...

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