Borowski und die süße Dänin: Der Kiel-Tatort im Kreuzverhör

Der Kieler Kommissar Borowski (Axel Milberg) bekommt mit Frau Einigsen (Lisa Werlinder) charmante Unterstützung.

Der Kieler Kommissar Borowski (Axel Milberg) bekommt mit Frau Einigsen (Lisa Werlinder) charmante Unterstützung. © NDR/Marion von der Mehden

09.05.2013 · von Tobias Frauen

Der knurrige Kommissar aus Kiel bekommt diesmal äußerst sehenswerte Unterstützung. Dass er sich da nicht ganz auf den Mord am Schulleiter einer dänischen Schule konzentrieren kann, ist verständlich.

Worum geht es?

Irgendwas lenkt Klaus Borowski (Axel Milberg) immer ab. Sei es das merkwürdige Verhalten seines Vorgesetzten Roland Schladitz (Thomas Kügel), sei es die Epilepsie von Sarah Brandt (Sibel Kekilli) oder die niedliche Flensburger Kommissarin, die ihm zur Seite gestellt wird. Und so taumelt der eigentliche Hauptdarsteller ein wenig unbeholfen durch den Fall und lässt die beiden Frauen die Hauptarbeit erledigen. Macht aber nichts, denn denen schaut man gerne zu.

Dieser Kieler Tatort "Borowski und der brennende Mann" spielt hauptsächlich in Schleswig, dort wurde der Leiter der dänischen Schule in Brand gesetzt und erlag seinen Verletzungen. Er war ein alter Jugendfreund von Staatsanwalt Roland Schladitz, beide verband eine traumatische Kindheitserfahrung. Von den anderen Menschen, die das Geheimnis kennen, sind zwei ebenfalls bald tot. Schladitz hingegen verunglückt gemeinsam mit Sarah Brandt – ein Anschlag oder Folge eines epileptischen Anfalls? Brandt, Borowski und die zuständige Kommissarin Einigsen untersuchen fieberhaft die Vorfällen in der Vergangenheit und fahnden nach der einzigen Person, die damals ebenfalls dabei war.

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

Für Schenkelklopfer war der Kieler Tatort noch nie bekannt. Aber wenn die Kripo aus Kiel auf die Dorf-Polizisten trifft oder Borowski in Gegenwart der flirtenden Frau Einigsen immer unbeholfener wird, entwickelt auch diese Folge einen feinen, leisen Humor auf beste norddeutsche Art. Dass mit der Frage der dänischen Minderheit ein Konflikt aufgebaut wird, den es eigentlich gar nicht gab, ist zwar unverständlich, stört aber auch nicht weiter.

Ist die Handlung glaubwürdig?

Keine Angst, auch Zuschauer, die bei der Geschichte der Dänen nicht sattelfest sind, können dem Fall problemlos folgen. Zum einen werden die Erklärungen in passenden Häppchen bereitgestellt, zum anderen hat das nicht viel mit dem Fall zu tun. "Borowski und der brennende Mann" ist ein klassisches Krimi-Rätsel, das nur streckenweise ein wenig vorhersehbar daherkommt und nordisch-dröge inszeniert ist. Bleibt nur die Frage, warum man einen Tatort, der im tiefsten Winter kurz vor Weihnachten spielt, Mitte Mai ausstrahlt. Als ob wir alle nicht genug Schnee gesehen hätten... 

Bester Auftritt

Nicht nur Borowski wirft mehr als ein Auge auf Kommissarin Einigsen, die ihm zur Seite gestellt wird. Die schwedische Schauspielerin und Sängerin Lisa Werlinder wickelt alle um den Finger und kokettiert mit einem goldigen Akzent: "Er denkt, wir Dänen würden nur an Alkohol und Sex denken und sind stinkreich. Bei mir hat er da Recht – bis auf den letzten Punkt. Nein, war nicht so ernst gemeint. Ich trinke gar nicht so viel."

Was muss man sich merken?

Sarah Brandts Epilepsie-Erkrankung zieht sich wie ein roter Faden durch die letzten Kieler Tatorte – mal mehr und mal weniger prominent. Auch in "Borowski und der brennende Mann" steht deswegen kurzzeitig ihre Laufbahn auf dem Spiel. Am Ende ist alles halb so wild und eine wichtige Figur ist ebenfalls eingeweiht.

 > 
Tatort-Blog.de