Bei Facebook top, bei Twitter Flop: Münchener KI-Tatort spaltet die Zuschauer

Tatort "KI" aus München: Janina Fautz als junge Programmiererin Anna.

© Bavaria Fiction GmbH/BR/Hendrik Heiden

Tatort "KI" aus München: Janina Fautz als junge Programmiererin Anna.

Die junge Melanie (Katharina Stark) ist verschwunden, die Suche ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

© Bavaria Fiction GmbH/BR/Hendrik Heiden

Die junge Melanie (Katharina Stark) ist verschwunden, die Suche ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Aus dem Laptop des Mädchens kommt eine Stimme, es ist das Programm "Maria", mit dem Melanie engen Kontakt hatte.

© Bavaria Fiction GmbH/BR/Hendrik Heiden

Aus dem Laptop des Mädchens kommt eine Stimme, es ist das Programm "Maria", mit dem Melanie engen Kontakt hatte.

Die Eltern (Lisa Martinek, Dirk Borchardt) sind ebenso ratlos wie die Kommissare.

© Bavaria Fiction GmbH/BR/Hendrik Heiden

Die Eltern (Lisa Martinek, Dirk Borchardt) sind ebenso ratlos wie die Kommissare.

Ist Anna Velot (Janina Fautz) der Schlüssel? Die hochbegabte Programmiererin war an der Entwicklung des Programmes beteiligt.

© Bavaria Fiction GmbH/BR/Hendrik Heiden

Ist Anna Velot (Janina Fautz) der Schlüssel? Die hochbegabte Programmiererin war an der Entwicklung des Programmes beteiligt.

Wie verhört man einen Computer? Anna und Kalli (Ferdinand Hofer) versuchen es.

© Bavaria Fiction GmbH/BR/Hendrik Heiden

Wie verhört man einen Computer? Anna und Kalli (Ferdinand Hofer) versuchen es.
22.10.2018 · von Tobias Frauen

Repräsentativ ist sicherlich anders, aber dennoch ein spannendes Bild: Der Tatort "KI" aus München erntete bei Twitter Häme und Kritik, bei Facebook hingegen gab es fast nur positive Resonanz. "Der war wirklich gut" schrieb ein Fan auf unserer Facebook-Seite, ein anderer findet "Erstaunlich gut, hatte mit dem schlimmsten gerechnet".

Ein gegensätzliches Bild zeigte sich während des Tatortes auf Twitter. Vorbelastet von den vorherigen, teils arg abstrusen Fällen zum Thema Künstliche Intelligenz", ließen die meisten Nutzer kein gutes Haar an dem Fall. In Sachen Quote lag "KI" übrigens im soliden Mittelfeld: 8,48 Millionen Menschen schalteten ein, ein Marktanteil von 24%.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten, und über den Tatort noch viel besser. "KI" macht leider den gleichen Fehler wie viele Tatorte, wenn es um die Verbildlichung der Digitalisierung geht: Da sitzen überirdische Hacker vor einer Wand aus Bildschirmen mit endlosen Zeichenkolonnen, da blinkt und piepst es wild und da wird auf jeden Fall - sonst wäre es ja kein Tatort - die Technologie zur Waffe gemacht. Das Fatale daran: Beim unbedarften Publikum entstehen Ängste und eine Ablehnungshaltung. Immerhin rund drei Viertel der Tatort-Zuschauer sind 50 Jahre und älter, in dieser Zielgruppe ist die Aufgeschlossenheit gegenüber Digital-Themen deutlich geringer als bei den Jüngeren.

Die Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) sind prototypisch für diese Zielgruppe, doch der Tatort zeigt sie immerhin lernfähig und einigermaßen offen für die KI Maria. Das ist der große Pluspunkt dieses Falles, ebenso wie das doch etwas überraschende Ende.

Bleibt die Frage, wann es einmal einen IT-Tatort gibt, der auch die Digital Natives überzeugt und ohne Technik-pessimistischen Unterton auskommt. Denn das Thema ist nicht nur für Fachleute wichtig, sondern eines, an der niemand vorbeikommt. Gut, dass es im Tatort vorkommt (und nicht nur ermordete Millionärs-Gattinnen in Grünwald), aber schlecht, wenn es so nachlässig und lieblos  inszeniert wird.

Das sagt Twitter zum Tatort "KI"

Alleine die Ankündigung eines Tatortes mit IT-Thematik lässt Schlimmes erahnen...

Mal wieder lieblos bis peinlich: Wie der Tatort die IT-Welt visualisiert:

Unrealistische Science Fiction hingegen an andere Stelle:

 > 
Tatort-Blog.de