90 Minuten Langeweile statt "Fünf Minuten Himmel"

Toller Einstand oder zu viel Chaos? Heike Makatsch als Ellen Berlinger kam nicht überall gut an.

Toller Einstand oder zu viel Chaos? Heike Makatsch als Ellen Berlinger kam nicht überall gut an. © SWR/Ziegler Film

29.03.2016 · von Tobias Frauen

Ob der SWR bei Twitter mitliest? Der verantwortliche Sender für den "Event-Tatort" aus Freiburg will ja angeblich nach der Resonanz auf den ersten Fall entscheiden, ob es einen zweiten Einsatz für Heike Makatsch als Ellen Berlinger geben soll. Doch "Fünf Minuten Himmel" kam gar nicht gut an - weder in den sozialen Netzwerken, noch bei den meisten Kritikern. "Bestenfalls Durchschnitt" war da noch eine der positiveren Beurteilungen. 7,99 Millionen Zuschauer und 22,3% Marktanteil (14-49: 2,31; 18,2%) sind auch nicht gerade überragend.

Der Tenor ist überall ähnlich: Die 90 Film-Minuten waren komplett überfrachtet. Der Fall an sich und die dann doch recht brav daherkommende Mädels-Clique ("Das Gras hab ich für Omi gekauft...") mögen ja noch angehen. Die Figur Ellen Berlinger jedoch wäre vermutlich sogar Rosamunde Pilcher zu dick aufgetragen. Ihr Background drängt sich immer wieder in den Vordergrund, ohne der Geschichte weiterzuhelfen. Privatleben der Kommissare wird bei den allermeisten Tatort-Fans nicht gerne gesehen, Ellen Berlinger bringt davon viel zu viel mit. Fast muss man dankbar sein, dass Heike Makatschs Figur als Einzelkämpferin angelegt ist und wir keine ellenlangen Dialoge ertragen müssen.

Und wie geht es nun weiter mit Ellen Berlinger? Freiburg ist ab 2017 das Revier eines komplett neuen Teams. "Vielleicht wird sie ja versetzt..." deutete Heike Makatsch in einem Interview an. Vermutlich würde aber auch niemand wirklich trauern, wenn wir mit "Fünf Minuten Himmel" nach langen Jahren mal wieder eine Tatort-Eintagsfliege hätten.

Das sagt Twitter zum Tatort aus Freiburg

Dialog in der SWR-Drehbuchschmiede: "Wir können die doch nicht einfach nur einen Mord lösen lassen." - "Lass uns der Berlinger ein paar Probleme an den Hals schreiben. Kommt in Dortmund ja super an!" - "Bombenidee! Das wird Groß-Ar-Tig!"

Heike Makatsch muss wohl damit leben, immer mit dem Zusatz "Die aus..." oder natürlich "Die von Viva" genannt zu werden. Vielleicht sollte sie sich das in den Ausweis eintragen lassen.

Wer im Tatort fehlenden Lokalkolorit bemängelt, hat in "Fünf Minuten Himmel" genug für das restliche Jahr. Gefühlte 20 Minuten Schnittbilder vom sonnigen Freiburg und reichlich lokaler Zungenschlag. Auch wenn die süddeutschen Twitterer bemängelten, der badische Dialekt sei unrealitisch - im restlichen Deutschland war mehr als einmal ein lautes "HÄ?" zu hören.

Es folgt das "Best of Fazit" von Twitter:

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