Zweiter Franken-Tatort: Und plötzlich kommt der Abspann

Ein altes Gasthaus, eine Leiche: Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) müssen im zweiten Franken-Tatort "Das Recht, sich zu sorgen" aufs Land.

©BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hagen Keller

Ein altes Gasthaus, eine Leiche: Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) müssen im zweiten Franken-Tatort "Das Recht, sich zu sorgen" aufs Land.

Der Mann der Toten (Jörg Witte) ist hochverdächtig, versteckt sich aber mitsamt Flinte im Wald.

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Der Mann der Toten (Jörg Witte) ist hochverdächtig, versteckt sich aber mitsamt Flinte im Wald.

Die Tochter (Barbara Prakopenka) berichtet von Alkohol, Schulden und Ehekrieg - ein klarer Fall?

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Die Tochter (Barbara Prakopenka) berichtet von Alkohol, Schulden und Ehekrieg - ein klarer Fall?

Gleichzeitig taucht in der Uni Würzburg ein Schädel auf, dessen Herkunft sich niemand erklären kann.

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Gleichzeitig taucht in der Uni Würzburg ein Schädel auf, dessen Herkunft sich niemand erklären kann.

"Diskret" soll das Team herausfinden, woher der Totenkopf kommt.

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"Diskret" soll das Team herausfinden, woher der Totenkopf kommt.

Außerdem campiert vor dem Präsidium eine Frau, die ihren Sohn vermisst...

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Außerdem campiert vor dem Präsidium eine Frau, die ihren Sohn vermisst...
19.05.2016 · von

Wir erinnern uns: Der sehnlichst erwartete Franken-Tatort aka "Franggen-Dadord" startete vor einem Jahr mit einem sehr vielversprechenden Debüt. Gute Chemie zwischen Darstellern und Figuren, attraktives Setting, dennoch eine etwas wirre Geschichte. Nun folgt der zweite Streich: Kann das Team aus Nürnberg anknüpfen oder sich sogar noch steigern?

Worum geht’s?

Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) haben gleich zwei Fälle aufzuklären: In einem ländlichen Wirtshaus wurde die Besitzerin erwürgt, alles deutet auf eine Beziehungstat hin. Ihr Mann Holger Schwinn (Jörg Witte) ist flüchtig, Tochter Steffi (Barbara Prakopenka) berichtet von einem langen Absturz der Familie. Dazu kommt ein besonderer Auftrag von Polizeipräsident Kaiser (Stefan Merki): Im Anatomischen Institut der Uni Würzburg ist ein überzähliger Schädel aufgetaucht, Voss und Ringelhahn sollen diskret herausfinden, woher der Totenkopf kommt.

Während Wanda Goldwasser (Eli Wasserscheidt), Sebastian Fleischer (Andreas Leopold Schadt) und Spurensicherer Michael Schatz (Matthias Egersdörfer) vor sich hin fränkelnd das heruntergekommene Gasthaus auf Spuren untersuchen, lassen Voss und Ringelhahn den Wald durchkämmen. Vermutlich hat sich Schwinn dort versteckt, außerdem ist er bewaffnet. Will sich der mutmaßliche Mörder selbst richten oder plant er weitere Angriffe?

In der Uni lassen sich die Kommissare zeigen, wie Leichen präpariert werden. Wanda Goldwasser bändelt mit einem verplanten Doktoranden an, der den falschen Schädel entdeckt hat. Das Anatomische Institut entpuppt sich als Ort für den perfekten Mord, eine Leiche kann hier nahezu vollständig verschwinden. Hat einer der Mitarbeiter einen Widersacher entsorgt? Das Team vom Tatort Franken versucht, beide Fälle parallel zu lösen. Und dann ist da noch die Frau, die vor dem Präsidium zeltet und ihren Sohn sucht…

Worum geht es wirklich?

Auch wenn "Das Recht, sich zu sorgen" leicht philosophisch angehaucht ist: Einen roten Faden hat dieser Tatort nicht. Am Ende fragt man sich ein wenig verwirrt, was das denn nun alles soll. Nicht, dass jeder Tatort zwingend eine Botschaft rüberbringen muss, aber dieser Fall hinterlässt den Zuschauer ein wenig ratlos. 

Ist die Handlung glaubwürdig?

Absolut. Die beiden Fälle sind im besten Sinne aus dem Leben gegriffen und logisch aufgebaut. Ein Fest für all diejenigen, die sich einen simplen Mord aus Eifersucht im Tatort wünschen. Leider ist das Ganze jedoch recht träge erzählt, so dass nie wirklich Spannung aufkommt. Man hofft darauf, dass die Geschichte Fahrt aufnimmt, doch nach langem,  vergeblichen Warten kommt nur noch der Abspann.

Bester Auftritt

Trotz des lahmen Falles haben die Figuren nach wie vor Potential, doch an den furiosen Auftakt von vor einem Jahr kann "Das Recht, sich zu sorgen" in fast keinem Punkt anschließen. Felix Voss ist in Nürnberg und im Team angekommen, die Ermittler sind stimmig – doch leider erledigen sie den Fall als genau das, was er wohl im echten Polizei-Leben auch wäre: Routine. Nur ab und an blitzt die Schlagfertigkeit durch, für die das Debüt einst gefeiert wurde. Auf der Plus-Seite: Auch dieser Tatort ist toll gefilmt, die triste Sterilität der Leichenhallen und die bedrückend-dunkle Tristesse des heruntergekommenen Gasthauses sind fast körperlich zu spüren.

Was muss man sich merken?

Hmm. Die Figuren brauchen noch ein bisschen, um den Zuschauern wirklich vertraut zu werden, von daher gesehen lernen wir auch in "Das Recht, sich zu sorgen" noch einiges über Ringelhahn, Voss und ihr Team. Aber keine Angst, das Privatleben bleibt weitgehen außen vor, auch die teils haarsträubenden Biographien in den Pressetexten werden zum Glück nicht erwähnt.

Soll man gucken?

Eigentlich ja, denn wir stehen kurz vor einer laaaangen Sommerpause ohne neue Tatorte. Außerdem hat der Franken-Tatort bislang vieles richtig gemacht. Nur leider ist die Geschichte dieses Mal uninspiriert und halbgar, man wartet lange Zeit vergeblich auf einen Schlüsselmoment. Schade, da hatten wir nach dem vielversprechenden Start größere Erwartungen an das Team.

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