Zu brutal: Kölner Tatort darf erst um 22:00 Uhr gesendet werden

Der letzte Fall für Ballaufs und Schenks Assistentin Franziska (Tessa Mittelstaedt) hat es in sich.

© WDR/Erik Lee Steingroever

Der letzte Fall für Ballaufs und Schenks Assistentin Franziska (Tessa Mittelstaedt) hat es in sich.
22.08.2013 · von

Tatort-Fans hatten sich schon länger gewundert, was mit dem Kölner Tatort "Franziska" los ist. Der letzte Fall für die langjährige Assistentin Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt) war bereits 2012 abgedreht worden und sollte ursprünglich im Juni 2013 gesendet werden. Doch plötzlich verschwand der Film aus den Programm-Planungen, ohne dass es Informationen zu den Gründen gegeben hätte.

Wie "bild.de" nun berichtet, ist der Köln-Tatort vom Jugendschutzbeauftragten des WDR und der Tatort-Redaktion für zu brutal befunden worden. Die Handlung: Kurz vor ihrem Dienstende wird Franziska in einem Gefängnis als Geisel genommen, ihre Vorgesetzten Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) versuchen alles, um sie zu befreien. Einige der Knast-Szenen seien für den normalen Tatort-Sendeplatz um 20:15 Uhr zu hart, heißt es.

Nach eingehender Prüfung soll "Franziska" nun im Dezember gezeigt werden, allerdings erst um 22:00 Uhr. "Die Zuschauer erwartet in jedem Fall ein ganz besonderer, äußerst gelungener, aber auch 'harter Krimi'", wird eine WDR-Sprecherin bei "bild.de" zitiert. Gemeinsam mit dem Jugendschutz habe man sich deswegen auf den späteren Termin geeinigt.

Erst vor wenigen Jahren musste ein "Polizeiruf 110" ebenfalls wegen zu brutaler Szenen ins Nachtprogramm geschoben werden. Auch beim Tatort gab es schon vereinzelt Änderungen des Sendeplatzes. So wurde 1998 der Berlin-Tatort "Ein Hauch von Hollywood" mit den Kommissaren Roiter und Zorowski erst Montags Nachts gezeigt - die Krimi-"Satire" war der ARD einfach zu schlecht für die Prime Time. Auch die nur einmal gezeigte Folge "Der gelbe Unterrock" von 1980 lief nicht zur normalen Zeit um 20:15 Uhr, sondern erst um 21:05 Uhr. Auch damals gab es Bedenken seitens des Jugendschutzes.

Für den Köln-Tatort "Franziska" könnte die Verschiebung aber zum Glücksfall werden. Die nun einsetzende Berichterstattung über den Film, der Ausstieg der hübschen Franziska und die Neugier könnten diesem Kölner-Tatort trotz der späten Stunde zu einer guten Quote verhelfen.

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