"Zahltag": In Dortmund wird abgerechnet

Tatort "Zahltag": Faber (Jörg Hartmann) und Kossik (Stefan Konarske) trinken wohl keine Brüderschaft mehr.

© WDR/Thomas Kost

Tatort "Zahltag": Faber (Jörg Hartmann) und Kossik (Stefan Konarske) trinken wohl keine Brüderschaft mehr.

Nach Kossiks Anzeige ermittelt Kommissar Pröll (Milan Peschel) intern gegen Faber und befragt das Team.

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Nach Kossiks Anzeige ermittelt Kommissar Pröll (Milan Peschel) intern gegen Faber und befragt das Team.

Das führt zu Spannungen, an denen das Team zu zerbrechen droht.

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Das führt zu Spannungen, an denen das Team zu zerbrechen droht.

Parallel müssen die vier noch den Anschlag auf einen Rocker aufklären, bei dem auch Zivilisten starben.

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Parallel müssen die vier noch den Anschlag auf einen Rocker aufklären, bei dem auch Zivilisten starben.

Ein interner Machtkampf droht zu eskalieren: Will Luan Berisha (Oliver Masucci) den alten Boss Vollmer (Jürgen Brenner) absetzen?

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Ein interner Machtkampf droht zu eskalieren: Will Luan Berisha (Oliver Masucci) den alten Boss Vollmer (Jürgen Brenner) absetzen?
07.10.2016 · von

Ein Drehbuch von Jürgen Werner, Regie führt Thomas Jauch – da kann ein Dortmund-Tatort eigentlich nur gut werden. "Zahltag" baut wie immer auf den vorherigen Fällen auf, das macht es dieses Mal bisweilen schwer, der Handlung zu folgen.

Zu Erinnerung: In der Folge "Kollaps" von 2015 ist der Streit zwischen Daniel Kossik (Stefan Konarske) und Faber (Jörg Hartmann) eskaliert, Kossik reichte eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein. Er beschuldigt seinen Chef, Schuld am Tod des jungen Drogendealers Jamal Gomis zu sein. Faber hatte damals Informationen an Dortmunds Unterwelt-Boss Akabay weitergegeben und Gomis als Köder benutzt. Einen Anschlag konnte Nora Dalay (Aylin Tezel) durch einen finalen Rettungsschuss verhindern, wenig später aber wurde Gomis erstochen. Nun taucht Kommissar Pröll (Milan Peschel) von der Dienstaufsicht auf und befragt das Team nacheinander mit enervierender Pedanterie.

Parallel muss das Team den Mord an einem Rocker aufklären, der auf offener Straße angefahren und ermordet wurde. Martina Bönisch (Anna Schudt) und ihr Team vermuten einen Bandenkrieg, bei dem es um die Macht in Dortmund und die Nachfolge des frisch aus dem Knast entlassenen Thomas Vollmer (Jürgen Maurer) geht. Bei dem Anschlag starb auch ein unbeteiligter Passant, eine Fußgängerin wurde schwer verletzt. Die Mörder sind schnell identifiziert, doch auch sie sind inzwischen getötet worden. Außerdem scheinen die Banden an Geldwäsche-Deals bei dubiosen Baufirmen beteiligt zu sein. Ist der Rucksack, der dem ermordeten Rocker entrissen wurde, der Schlüssel?

Die Gemengelage bei "Zahltag" ist also gelinde gesagt unübersichtlich. Die Eigendynamik des Dortmunder Teams überlagert dabei den eigentlichen Fall und ist eigentlich auch viel spannender. Die Verhöre von Faber, Kossik und Co. und vor allem Fabers Manöver gegenüber seinem Intimfeind Kossik könnte man sich auch den ganzen Abend anschauen, es würde nie langweilig.

Rechtfertigt der Erfolg die Mittel?

Der tote Rocker ist auch den Dortmunder Ermittlern streckenweise völlig egal, nur weil Unbeteiligte sterben mussten und zwei Kinder ihre Väter verloren, bleibt ein letztes bisschen Ehrgeiz. Über allem schwebt die Aufklärungsquote, die – wie wir von Pröll erfahren – unter Faber deutlich gestiegen ist.
"Wenn ich den Hitlergruß machen muss, damit ein Nazi mit mir redet, dann mache ich den", sagt Faber. "Und ich philosophiere mit einem Pädophilen darüber wie schön es ist, mit einem Kind zu schlafen." Rechtfertigt die Aufklärung eines Mordes jedes Mittel? Auch, das Leben eines Kleinkriminellen wie Jamal Gomis zu riskieren, um an die Hintermänner heranzukommen?

Es ist "Zahltag" in Dortmund, es wird abgerechnet. Zwischen Faber und Kossik, zwischen dem Team und dem internen Ermittler, auch zwischen Faber und Martina Bönisch, die bislang immer zu ihm gehalten hat. Die Rocker-Geschichte stört dabei eher und verhagelt diesem Dortmund-Tatort ein bisschen die Bewertung. Auch, weil vor allem Gelegenheits-Gucker, die die Dortmunder Geschichte nicht lückenlos verfolgt haben, vermutlich heillos überfordert sind.

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