Wotan Wilke Möhring: "Tatort wird nie langweilig"

Wie geht es mit Thorsten Falke und Katharina Lorenz weiter? Auch darüber sprach Tatort-Blog im Interview mit Wotan Wilke Möhring.

© NDR/Boris Laewen

Wie geht es mit Thorsten Falke und Katharina Lorenz weiter? Auch darüber sprach Tatort-Blog im Interview mit Wotan Wilke Möhring.
19.11.2013 · von

Thorsten Falke ist der Kumpel unter den Tatort-Kommissaren. Mit dem Hamburger Ermittler würde sicher jeder gerne mal ein Bier trinken gehen. Bei seinem zweiten Einsatz "Mord auf Langeoog" am kommenden Sonntag verschlägt es den Großstadt-Cowboy auf die Nordsee-Insel. Wir haben Wotan Wilke Möhring getroffen und mit ihm über "seinen" Thorsten Falke gequatscht.

Tatort-Blog: Was ist es für ein Gefühl, Tatort-Kommissar zu sein? Das ist ja ein großer Name, und der Hype wird immer größer.

Wotan Wilke Möhring: "Ich kannte den Tatort früher als richtigen Straßenfeger. Es ist eine attraktive Reihe, weil man die besten Regisseure, die spannendsten Drehbücher kriegt und auch mal gesellschaftspolitisch den Finger in die Wunde legen kann. Das ist eigentlich das, was mich am Tatort interessiert. Letztlich macht ein gutes Drehbuch und die Freude an der Arbeit einen Film für mich interessant, und dann ist es egal, ob es ein Fernsehfilm ist oder ein Tatort."

TB: Wie bist Du Tatort-Kommissar geworden?

WWM: "Ich habe mich für den Norden entschieden, weil ich mit dem NDR unter anderem schon bei 'Homevideo' und 'Soul Kitchen' eine tolle Zusammenarbeit hatte. Es gab auch vorher schon mal eine andere Anfrage. Damals hab ich mich aber noch nicht so weit gefühlt."

TB: Wofür steht der Tatort aus Deiner Sicht?

WWM: "Den Reiz an der Reihe macht für mich vor allem aus, dass trotz der Kontinuität jeder Tatort anders ist. Bei jedem Film gibt es einen neuen Regisseur, ein neues Buch, einen neuen Fall mit neuen Spannungsfeldern, neue Visualisierung mit einem anderen Kameramann. So besteht nicht die Gefahr, dass es langweilig wird, wenn man anfängt, seine Rolle zu verwalten – das wäre nichts für mich."

TB: Auf den ersten Blick hast Du mit Thorsten Falke einiges gemeinsam. Spielst Du ihn gerne?

WWM: "Ich find den schon okay, den Typ (lacht). Im Laufe der Reihe geht man natürlich immer sicherer und schon mit einer Vorgeschichte an neue Drehs heran. Ich habe ja diesen Thorsten Falke schon im Gepäck."

TB: Du hast mal im Interview gesagt, Du magst Figuren mit Abgründen und Menschen in Extremsituationen. Hat Falke auch so einen Abgrund?

WWM: "Die sind natürlich noch nicht auserzählt. So gibt es zum Beispiel den dunklen Fleck, die Geschichte mit dem Sohn aus dem ersten Fall. Außerdem ist da diese Diskrepanz, eigentlich ein emotionaler Ermittler zu sein, aber gleichzeitig sich auch vor den Emotionen zu drücken, nämlich im privaten Bereich. Dadurch verpasst Falke auch eine bestimmt Nähe zu anderen Menschen, was Beziehungen angeht. Das sind seine Abgründe. Ich glaube, wenn es keine Abgründe gibt, sind Figuren auch nicht so spannend."

TB: Im ersten Tatort hat sich das Verhältnis zu Katharina Lorenz schnell entwickelt, im zweiten wird zwar noch gesiezt, aber es wandern viele mehrdeutige Blicke hin und her. Was dürfen wir von den beiden noch erwarten?

WWM: "Wo das hingehen soll, keine Ahnung (lacht). Wir werden das sicher nicht einfach so auserzählen, das wäre ja schade. Ich glaube, in dem Beruf als Polizist brauchst du einfach eine tiefe Verbundenheit und Nähe. Du musst dich ja instinktiv auf deinen Partner verlassen können, es geht schließlich oft um Leben und Tod. Du brauchst nicht nur einen, der dich mit der Waffe sichert, sondern einen, der genau weiß, wie du tickst, was du machst und was dich bewegt. Deswegen bringt Ermittlerarbeit dich dem anderen auch automatisch deutlich näher, als wenn man sich nur im Büro gegenüber sitzt."

Hier gibt es den zweiten Teil unseres Interviews mit Wotan Wilke Möhring!

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