Wiesn-Tatort: Musik-Matsch und Trachten-Terror

Oktoberfest in München: Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr suchen im Trubel einen Gift-Mörder.

© BR/Wiedemann Berg Television/Bernd Schuller

Oktoberfest in München: Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr suchen im Trubel einen Gift-Mörder.

Eigentlich wollte Leitmayr (Udo Wachtveitl) aus der Stadt flüchten und hat seine Wohnung an zwei trinkfreudige Schwedinnen vermietet...

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Eigentlich wollte Leitmayr (Udo Wachtveitl) aus der Stadt flüchten und hat seine Wohnung an zwei trinkfreudige Schwedinnen vermietet...

...doch ein toter Italiener zwingt ihn, nach München zurückzukehren. Ein Suff-Opfer? Nein, der Tote hatte nur 0,7 Promille.

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...doch ein toter Italiener zwingt ihn, nach München zurückzukehren. Ein Suff-Opfer? Nein, der Tote hatte nur 0,7 Promille.

Todesursache war eine Überdosis GHB. Noch zahlreiche weitere Wiesn-Besucher wurden vergiftet, doch alle anderen überlebten.

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Todesursache war eine Überdosis GHB. Noch zahlreiche weitere Wiesn-Besucher wurden vergiftet, doch alle anderen überlebten.

Alle Opfer haben im proppevollen Ampfer-Bräu-Zelt gefeiert...

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Alle Opfer haben im proppevollen Ampfer-Bräu-Zelt gefeiert...

...deswegen nehmen Batic und Leitmayr die Belegschaft genau unter die Lupe.

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...deswegen nehmen Batic und Leitmayr die Belegschaft genau unter die Lupe.

Geführt wird das Zelt von Kirsten Moosrieder (Gisela Schneeberger) und ihrem hörigen Assistenten Schemberg (Daniel Christensen, r.). Korbinian Redl (Leo Reisinger) hingegen wurde aufs Abstellgleis verfrachtet.

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Geführt wird das Zelt von Kirsten Moosrieder (Gisela Schneeberger) und ihrem hörigen Assistenten Schemberg (Daniel Christensen, r.). Korbinian Redl (Leo Reisinger) hingegen wurde aufs Abstellgleis verfrachtet.

Im Trubel des Oktoberfestes müssen Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) und seine Kollegen den Täter finden, sonst droht eine Schließung des Zeltes.

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Im Trubel des Oktoberfestes müssen Kalli Hammermann (Ferdinand Hofer) und seine Kollegen den Täter finden, sonst droht eine Schließung des Zeltes.

Eher zufällig kommen sich Leitmayr und Kellnerin Ina Sattler (Mavie Hörbiger) näher. Ist die alleinerziehende Mutter in den Skandal verwickelt?

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Eher zufällig kommen sich Leitmayr und Kellnerin Ina Sattler (Mavie Hörbiger) näher. Ist die alleinerziehende Mutter in den Skandal verwickelt?

Auch der seltsame Arthur Gränsel fällt den Kommissaren auf. Was macht der scheue Einzelgänger unter den Party-Menschen?

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Auch der seltsame Arthur Gränsel fällt den Kommissaren auf. Was macht der scheue Einzelgänger unter den Party-Menschen?
21.09.2015 · von

Mit dem Oktoberfest ist es wie mit dem Karneval, dem Hamburger Hafengeburtstag oder der Kieler Woche: Die Einen hassen es, die Anderen lieben es. Dementsprechend gespalten reagierte die Tatort-Fangemeinde auf "Die letzte Wiesn", den gehypten Oktoberfest-Tatort aus München. Der Einschaltquote tat dieses Spannungsverhältnis sehr gut, mit 10,6 Millionen Zuschauern und einem Anteil von 30,9 % holten die Münchener ihre beste Quote seit über 20 Jahren (14-49: 3,58 Mio.; 27,8%).

Vieles am 69. Tatort des Gespanns Batic/Leitmayr erinnerte an einen schweren Unfall - es ist schrecklich, aber man kann nicht wegschauen. Enthemmte Massen, lederbehoste Sauf-Prolls und in Dirndl gezwängte Party-Schwedinnen, und all das übertönt von einem Musik-Matsch aus Helene Fischer und Volksmusik. Über diesen apokalyptischen Hintergrund  legten Regisseur Marvin Kren und die Drehbuchautoren Stefan Holtz und Florian Iwersen einen naheliegenden, aber durchaus soliden Fall. Auch wenn zwischendurch immer wieder abgehangene Krimi-Klischees bedient wurden, konnte „Die letzte Wiesn“ durchaus überzeugen.

"Immer des G'schmeiß mit der scheiß Wiesn"

Dass der seltsame U-Bahn-Fahrer Gränsel (Julius Feldmeier) hinter den GHB-Anschlägen steckt, war schnell klar. Auch dass Wiesn-Kellnerin Ina Sattler (Mavie Hörbiger) mehr mit dem Fall zu tun hatte, als nur zufällig die Tische mit den Opfern bedient zu haben, konnten sich erfahrene Tatort-Gucker schnell zusammenreimen. Zusammen mit dem wieder mal etwas zu konstruierten und schnell zurechtgezimmerten Ende also eine Handlung aus dem Tatort-Baukasten. Wenig überraschend, aber dieses Mal solide.

 

Und was das Oktoberfest angeht: Werbung für die Wiesn war der Tatort ganz und gar nicht. Der nicht-bayrische Wiesn-Hasser fand sich also durchaus gut unterhalten und bestätigt. Mit stillem Grusel dem Panoptikum aus Alkohol-Leichen und Trachten-Terror zu folgen, machte bei "Die letzte Wiesn" durchaus Spaß. Nur mittendrin sein will man um Himmels willen nicht. Oder, wie es Gerichtsmediziner Dr. Steinbrecher (Robert Joseph Bartl) in Anlehnung an Monaco Franze so treffend formulierte: "Immer des G’schmeiß mit der scheiß Wiesn!"

Die besten Tweets zum München-Tatort "Die letzte Wiesn"

Bei Twitter ganz klar in der Überzahl: Die Oktoberfest-Hasser.

Die Erkenntnisse des Abends: Ein Spruch fürs Büro...

...zerstörte Illusionen...

...und die Erkenntnis, dass es eine gesunde Grenze gibt, wieviel Mundart im Tatort sein darf.

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