Weimar-Tatort "Der irre Iwan": Mehr davon!

Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) haben Nachwuchs - und einen Mord aufzuklären.

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Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) haben Nachwuchs - und einen Mord aufzuklären.

Beim Überfall auf die Stadtkämmerei wurde die Sekretärin durch die Decke erschossen. Zufall oder Absicht?

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Beim Überfall auf die Stadtkämmerei wurde die Sekretärin durch die Decke erschossen. Zufall oder Absicht?

Stadtkämmerer Iwan Windisch (Jörg Witte) hatte ein Verhältnis mit der Toten. Doch ebenso wie seine Frau (Therese Hämer) ist er wenig betroffen.

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Stadtkämmerer Iwan Windisch (Jörg Witte) hatte ein Verhältnis mit der Toten. Doch ebenso wie seine Frau (Therese Hämer) ist er wenig betroffen.

Lessing und Dorn recherchieren im Swinger-Club...

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Lessing und Dorn recherchieren im Swinger-Club...

...und im Tattoo-Studio und stoßen auf...

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...und im Tattoo-Studio und stoßen auf...

...einen alten Bekannten: Caspar Bogdanski (Dominique Horwitz) wurde gerade aus dem Knast entlassen. Hat er etwas mit dem Überfall zu tun?

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...einen alten Bekannten: Caspar Bogdanski (Dominique Horwitz) wurde gerade aus dem Knast entlassen. Hat er etwas mit dem Überfall zu tun?

Auf dem Jahrmarkt suchen sie Bodanskis ehemaligen Zellengenossen, der inzwischen als Kettensägen-Clown arbeitet.

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Auf dem Jahrmarkt suchen sie Bodanskis ehemaligen Zellengenossen, der inzwischen als Kettensägen-Clown arbeitet.

Kongo (Pit Bukowski) ist nicht die hellste Kerze auf der Torte, heckt aber mit seiner Chefin Rita (Sophie Rois) irgendetwas aus.

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Kongo (Pit Bukowski) ist nicht die hellste Kerze auf der Torte, heckt aber mit seiner Chefin Rita (Sophie Rois) irgendetwas aus.

Auch Caspar und Kongo haben ihre Geheimnisse.

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Auch Caspar und Kongo haben ihre Geheimnisse.

Zwischen Geisterbahnen und Spiegel-Labyrinthen werden die Ermittlungen für Lessing und Dorn zunehmend verwirrend.

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Zwischen Geisterbahnen und Spiegel-Labyrinthen werden die Ermittlungen für Lessing und Dorn zunehmend verwirrend.
30.12.2014 · von

Am Neujahrsabend kommt endlich der zweite Tatort aus Weimar. "Der irre Iwan" klingt genauso durchgeknallt und unterhaltsam wie das Debüt vor knapp einem Jahr. Damals platzte erst ganz am Ende die Bombe, dass die schwangere Kira Dorn und der neue Kommissar Lessing ein Paar sind. Wie es damit nun weitergeht, klären wir in unserem Kreuzverhör!

Worum geht's?

Bewaffneter Überfall auf die Stadtkämmerei in Weimar, der Täter erbeutet 112.000 Euro. Scheinbar zufällig wird dabei die Sekretärin des Kämmerers Iwan Windisch (Jörg Witte) durch die Decke erschossen. Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) ermitteln – und treffen auf Windischs Ehefrau (Therese Hämer), die er jedoch schon lange und regelmäßig betrügt. Auch mit der erschossenen Sekretärin?

Kurz vor dem Überfall wird Pferdewirt Caspar Bogdanski (Dominique Horwitz) aus dem Knast entlassen, der im letzten Weimar-Tatort festgenommen wurde. Bogdanski bekommt schnell Besuch von seinem ehemaligen Zellengenossen Kongo (Pit Bukowski), der dringend eine Tasche mit 112.000 Euro verstecken muss, die er angeblich zufällig gefunden hat. Dorn und Lessing suchen Kongo auf dem Jahrmarkt auf, wo er in der Geisterbahn von Rita Eisenheim (Sophie Rois) und ihrem Mann Josef als Kettensägen-Clown arbeitet, doch der ist seit einiger Zeit verschwunden.

Die beiden frischgebackenen Eltern Lessing und Dorn stellen fest, dass Josef Eisenheim dem Stadtkämmerer verblüffend ähnlich sieht. Führt Iwan Windisch ein Doppelleben? Bei der Suche nach Beweisen verschlägt es Dorn und Lessing unter anderem in ein Tattoo-Studio und einen Swinger-Club – und das alles mit einem klapprigen alten VW Passat.

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

Das Debüt "Die fette Hoppe" war vor einem Jahr ein großer Spaß, vor allem Dank der grandiosen Hauptdarsteller und der Screwball-artigen Dialoge. Da auch beim zweiten Fall Murmel Clausen und Andreas Pflüger das Drehbuch beigesteuert haben, gibt es auch hier wieder großartige Wortgefechte und Sprach-Spielereien. Ein lupenreiner Spaß-Tatort also, der sich dennoch deutlich vom Münsteraner Stil unterscheidet!

Ist die Handlung glaubwürdig?

Wer eine realistische Story erwartet, soll einen anderen Tatort einschalten. "Der irre Iwan" ist durch und durch Slapstick und Komödie, die sich nicht nach normalen Krimi-Kriterien messen lässt. Grandios und genial ist etwa die Verfolgung im Labyrinth. Der Mord ist sehr konstruiert, die Geschichte wirr und die Auflösung komplett hanebüchen. Hut ab vor dem, der am Ende noch den Überblick darüber hat, wer wer ist und wer wen betrügt. Das gibt leider Punktabzug – der erste Fall war etwas überschaubarer.

Bester Auftritt

Nora! Tschirner! Eigentlich müssen wir gar nicht mehr schreiben, Tschirner ist nicht nur ein Hingucker, sondern auch eine der mit Abstand besten Schauspielerinnen im Tatort. Wie schon in "Die fette Hoppe" zeigt die 33-Jährige eindrucksvoll, wie man Dialoge sympathisch und natürlich rüberbringt. Wir fangen jetzt erst gar nicht an, all die Kommissarinnen und Kommissare aufzuzählen, die trotz großer Namen dagegen wie Laienschauspieler wirken.

 

Gerade im Zusammenspiel mit Christian Ulmen wird deutlich, was für ein Glücksfall diese beiden für den Tatort sind. Fast jede Szene wirkt wie frei improvisiert und zeigt, wie perfekt die beiden harmonieren. Viel Story wäre eigentlich gar nicht nötig, Tschirner und Ulmen sind auch so absolut sehenswert!

Was muss man sich merken?

Beim letzten Fall war die große Überraschung, dass Lessing und Kira Dorn ein Paar sind. Inzwischen ist das Kind da, doch dankenswerterweise wird der Privat-Kram der Ermittler weitgehend außen vor gelassen. Auch daran können sich andere Tatort-Macher ein Beispiel nehmen. Ein paar Details werden sicherlich im nächsten Weimar-Tatort wieder aufgegriffen – doch zum Verständnis wird das nicht notwendig sein.

Soll man gucken?

Unbedingt! Auch wenn "Der irre Iwan" nicht ganz an den ersten Tatort mit Nora Tschirner und Christian Ulmen herankommt, großartig ist er auf jeden Fall! Viele nette Einfälle, tolle Schauspieler, unterhaltsame Dialoge – eigentlich sollte jeder Tatort mit so viel Liebe und Herzblut gemacht sein. Freunde des harten Krimis kommen sicherlich nicht ganz auf ihre Kosten, aber das wird in Weimar auch niemand erwarten.  Auch wenn die Geschichte zum Ende hin recht unübersichtlich und verwirrend wird, lohnt sich das Einschalten auf jeden Fall!

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