Umfrage zum Tatort: Darüber ärgern sich die Zuschauer

Im Fadenkreuz: Seit über 40 Jahren begeistert der Tatort die Nation, doch es gibt auch Kritik.

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Im Fadenkreuz: Seit über 40 Jahren begeistert der Tatort die Nation, doch es gibt auch Kritik.
07.03.2014 · von

Meckern ist eines der Lieblingshobbys der Deutschen, und davon bleibt auch der Tatort nicht verschont. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid wurden 1001 Personen befragt, was sie von der Krimi-Reihe halten. Und obwohl der Tatort doch als letztes Lagerfeuer der Nation gilt, zu dem sich jeden Sonntagabend in Spitzenzeiten 10, manchmal sogar 12 Millionen Zuschauer versammeln, gibt es Kritik.

Zuviele Ähnlichkeiten in zu kurzer Zeit

Ganze 45 Prozent der Befragten ärgerten sich darüber, dass innerhalb kürzester Zeit ganz ähnliche Fälle gezeigt werden. Tatsächlich fällt auf, dass es in letzter Zeit Themenhäufungen gegeben hat, etwa bei den zwei Zirkus-Tatorten aus Wiesbaden ("Schwindelfrei") und Ludwigshafen ("Zirkuskind") oder ganz aktuell beim Bremen-Tatort "Brüder" und dem kommenden Til-Schweiger-Tatort "Kopfgeld", bei denen es in beiden Fällen um kriminelle Großfamilien geht. Da ist Tatort-Koordinator Gebhard Henke vom WDR gefragt. Auch wenn er keinen Einfluss auf die Drehbücher nehmen möchte, könnten die Zeiträume zwischen den Sendeterminen themenverwandter Tatorte in Zukunft vielleicht besser geplant werden.

Zu unrealistisch, zuviel Gewalt

 

42 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage finden, dass die Handlung zu unrealistisch ist. 40 Prozent beklagen sich über zu viel Gewalt - bei den Frauen sind es sogar 47 Prozent, die über zuviel Brutalität klagen. 35 Prozent finden nicht gut, dass die Handlungen so albern, klamaukig und verworren sind. Dass mittlerweile zuviele Ermittlerteams im Einsatz sind, bemängeln noch 29 Prozent der Befragten. Immerhin gibt es inzwischen 21 unterschiedliche Teams, die im Tatort auf Verbrecherjagd gehen. Deutlicher werden unsere Besucher vom Tatort-Blog, die in einer aktuellen Umfrage zu 42 Prozent angegeben haben, dass es bei den Ermittlern langsam unüberschaubar wird. 22 Prozent der Befragten der Emnid-Studie gaben darüber hinaus an, dass es in den Folgen zu sehr um das Privatleben der Filmfiguren gehe.

Also alles schlecht?

Aber es gibt auch Licht am Ende des Tunnels. Immerhin 18 Prozent zeigten sich als uneingeschränkte Fans und hatten nichts am Tatort auszusetzen. Fragt ihr mal zehn Leute zu einem anderen Thema nach deren Meinung. Da wird es schwerfallen, zwei restlos Glückliche zu finden.

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