Tatort "Unvergessen" im Kreuzverhör: Jason Bourne in Kärnten

Moritz Eisner (Haral Krassnitzer) leidet im Wiener Tatort "Unvergessen" an den Folgen einer Schussverletzung.

© rbb/ORF/Toni Muhr

Moritz Eisner (Haral Krassnitzer) leidet im Wiener Tatort "Unvergessen" an den Folgen einer Schussverletzung.

Eisner hat Glück im Unglück, doch er kann sich an nichts mehr erinnern, was vor der Verletzung war.

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Eisner hat Glück im Unglück, doch er kann sich an nichts mehr erinnern, was vor der Verletzung war.

Er versucht auf eigene Faust, Licht ins Dunkel zu bringen und herauszufinden, was passiert ist.

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Er versucht auf eigene Faust, Licht ins Dunkel zu bringen und herauszufinden, was passiert ist.

Die Spur führt ihn in einen Steinbruch, der in der Nähe eines kleinen Dorfes in Kärnten liegt.

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Die Spur führt ihn in einen Steinbruch, der in der Nähe eines kleinen Dorfes in Kärnten liegt.

Die eingeschworene Dorf-Gemeinschaft erkennt Eisner offenbar, wirkt jedoch abweisend.

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Die eingeschworene Dorf-Gemeinschaft erkennt Eisner offenbar, wirkt jedoch abweisend.

Moritz hatte offenbar engen Kontakt zu der Journalistin Maja (Bojana Golenac)...

© rbb/ORF/Toni Muhr

Moritz hatte offenbar engen Kontakt zu der Journalistin Maja (Bojana Golenac)...

...die gerade eine Dokumentation über ein Kriegsverbrechen gedreht hat.

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...die gerade eine Dokumentation über ein Kriegsverbrechen gedreht hat.

Auch privat waren sich Maja und Moritz Eisner näher, als er sich erinnern kann.

© rbb/ORF/Toni Muhr

Auch privat waren sich Maja und Moritz Eisner näher, als er sich erinnern kann.

Moritz führt Majas Recherchen weiter und stößt auf eine alte Dame, die ein Geheimnis hütet.

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Moritz führt Majas Recherchen weiter und stößt auf eine alte Dame, die ein Geheimnis hütet.

Kann der Wiener Tatort-Kommissar ein altes Verbrechen aufklären und gleichzeitig sein eigenes Rätsel lösen?

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Kann der Wiener Tatort-Kommissar ein altes Verbrechen aufklären und gleichzeitig sein eigenes Rätsel lösen?
16.05.2013 · von

Moritz Eisner hat Gedächtnislücken. Ob grade Bibi Fellner die Richtige ist, ihm dabei auf die Sprünge zu helfen? Die verschrobenen Kärntner Dorfgestalten machen es jedenfalls nicht einfacher.

Worum geht es?

Mit einer Schusswunde am Kopf wird Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) in Kärnten aufgefunden. Er kommt einigermaßen glimpflich davon, kann sich jedoch an nichts mehr erinnern, was vor der Verletzung passiert ist. Sobald er sich wieder einigermaßen auf den Beinen halten kann, fährt er zurück an den Ort des Geschehens und versucht, die Vorkommnisse zu rekonstruieren.

Nach und nach bringt Eisner gemeinsam mit Kollegin Bibi Fellner (Adele Neuhauser) Licht ins Dunkel und kommt dabei auch einem Verbrechen aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges auf die Schliche. Als die Leiche einer Journalistin auftaucht, die einen Film zum Thema drehen wollte, erkennt Eisner eine ehemalige Liebschaft. Offenbar wollen die Dorfbewohner um jeden Preis verhindern, dass die Vergangenheit aufgearbeitet wird.

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

So richtig todernst kann man die Wiener Tatort-Kommissare nie nehmen. Auch wenn hier ein Kriegsverbrechen an der slowenischen Minderheit zum Thema gemacht wird, hebt "Unvergessen" nicht den Zeigefinger. Im Mittelpunkt steht vielmehr Eisners Suche nach der eigenen Vergangenheit. Das erinnert ein wenig an "Memento" oder "Die Bourne Identität" und bietet genug Stoff für einen unterhaltsamen Montagabend. Für die heiteren Momente sorgt dann wie so oft das Aufeinandertreffen von BKA und Dorfpolizei und natürlich der Wiener Schmäh.

Ist die Handlung glaubwürdig?

Früher hätte man etwas wie den Tatort "Unvergessen" wohl als "Räuberpistole" bezeichnet. Soll heißen: Gut gemacht und spannend erzählt, aber unterm Strich dann doch ein bisschen unrealistisch. Die Auflösung am Ende hat wie so oft nicht viel mit der restlichen Handlung zu tun und kommt sehr überraschend. Wer darüber hinwegsehen kann, darf sich aber auf einen kurzweiligen Abend freuen!

Bester Auftritt

Die Wiener sind gewohnt grantelig, die Dörfler Österreich-typisch verschroben und eingeschworen. Kleines Highlight am Rande ist aber der (offenbar obligatorische) Dorf-Depp, mit dem sich Eisner anfreundet.

Was muss man sich merken?

Wie weit es mit Eisners Genesung und den Gedächtnislücken am Ende her ist, bleibt im Dunkeln. Vielleicht bietet sich – a la Felix Murot – ja die Gelegenheit, das in einer der nächsten Folgen aufzugreifen?

Netter Nebeneffekt der Wien-Tatorte: Als hochdeutsch sozialisierter Mensch lernt man immer wieder neue Wörter. Diesmal von Bibi Fellner bei der Anweisung eines Taxifahrers: "Bringen's den Herrn in die Göltzgasse 13. Aber direktissima!"

Was hat TatortWatch zu bemängeln?

"Unvergessen" dürfte ein Fest für die Twitterer ('tschuldigung, TwitterInnen) sein, die "BürgerInnenrechtsverletzungen" im Tatort aufdecken möchten. Im Grunde handelt Eisner über den gesamten Film hinweg eigenmächtig und verstößt gegen eine Dienstvorschrift nach der anderen. Im Gegenzug herrscht aber auch im Kärntner Dorf ein unübersichtliches Netz an Beziehungen zwischen PolizistInnen und VerdächtigInnen. Zentrale Frage wird aber sein: Gelten in Österreich die gleichen Vorschriften wie in Deutschland? Oder holt sich TatortWatch eine/n alpenländische/n JuristIn ins Boot?

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