Tatort "Es ist böse" im Kreuzverhör: Eine Wiederholung wert!

"Es ist böse" - damit meint Frank Steier (Joachim Król) vor allem den blutigen Tatort.

© HR/Johannes Krieg

"Es ist böse" - damit meint Frank Steier (Joachim Król) vor allem den blutigen Tatort.

Mit nur sehr wenig Anhaltspunkten müssen Steier und Conny Mey (Nina Kunzendorf) den Mörder einer Prostituierten finden.

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Mit nur sehr wenig Anhaltspunkten müssen Steier und Conny Mey (Nina Kunzendorf) den Mörder einer Prostituierten finden.

Begleitet werden sie vom schmieringen Erik Seidel (Peter Kurth), der mit Conny Mey noch eine Rechnung offen hat.

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Begleitet werden sie vom schmieringen Erik Seidel (Peter Kurth), der mit Conny Mey noch eine Rechnung offen hat.

Als noch ein zweiter Mord geschieht, gleitet der Fall dem Team langsam, aber sicher aus der Hand.

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Als noch ein zweiter Mord geschieht, gleitet der Fall dem Team langsam, aber sicher aus der Hand.

Frank Steier versucht es mit Analyse der Details...

© HR/Johannes Krieg

Frank Steier versucht es mit Analyse der Details...

...während Conny Mey auf eigene Faust loszieht.

© HR/Johannes Krieg

...während Conny Mey auf eigene Faust loszieht.

Ins Visier gerät der Ex-Mann des ersten Opfers, Markus Förster (Uwe Bohm).

© HR/Johannes Krieg

Ins Visier gerät der Ex-Mann des ersten Opfers, Markus Förster (Uwe Bohm).

Der Fall wird zu einer Zerreissprobe für die Frankfurter Tatort-Kommissare.

© HR/Johannes Krieg

Der Fall wird zu einer Zerreissprobe für die Frankfurter Tatort-Kommissare.

Besonders Conny Mey steigert sich immer mehr in die Ermittlungen hinein...

© HR/Johannes Krieg

Besonders Conny Mey steigert sich immer mehr in die Ermittlungen hinein...

...und droht, die professionelle Distanz zu verlieren.

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...und droht, die professionelle Distanz zu verlieren.
27.06.2013 · von

Worum geht’s?

Eine Prostituierte wurde umgebracht, und zwar in maximalst blutiger Art und Weise. Die Kommissare Frank Steier (Joachim Król) und Conny Mey (Nina Kunzendorf) stoßen auf menschliche Abgründe – und an ihre Grenzen. Obwohl nicht direkt unmittelbar betroffen, geht den Ermittlern der Fall an die Nieren. Nicht zuletzt, weil kurz darauf noch eine weitere Dame aus dem gleichen Gewerbe tot aufgefunden wurde – ebenfalls denkbar blutig getötet.

Ins Visier von Steier und Mey gerät schnell der Ex-Mann des ersten Opfers, Markus Förster (Uwe Bohm). Obwohl er wieder verheiratet ist, geht der Verlierertyp fast täglich zu Prostituierten. Doch für den zweiten Mord hat Förster ein Alibi. Während Steier die Hinweise akribisch sammelt und analysiert, sucht Conny Mey den Mörder auf eigene Faust. Verfolgt von den Bildern der blutigen Leichen, geht die Kommissarin immer mehr auf dem Zahnfleisch und muss sich schließlich sogar versetzen lassen. Zu allem Überfluss geht den Kommissaren vom Tatort Frankfurt auch noch der Kollege Seidel (Peter Kurth) auf die Nerven, den Conny Mey einst der Korruption überführte und der nun eine neue Chance erhalten soll.

Problem-Krimi oder Spaß-Tatort?

Selten war ein Tatort so humorlos. In "Es ist böse" ist nicht nur Frankfurt beklemmend trist und grau, sondern auch das Leben von Opfern, Verdächtigen und Polizei-Beamten. Durch die drastischen Bilder der Mord-Opfer – es wird mehrfach die bizarre Bezeichnung "übertötet" verwendet – wird jede Polizei-Romantik oder jeglicher Idealismus im Keim erstickt. Diese Stimmung wird von Kamera, Szenenbild und Ton von der ersten bis zur letzten Minute fast schmerzhaft durchgehalten. Das ist nicht schön, aber dennoch großes Kino!

Ist die Handlung glaubwürdig?

Ja – alleine schon deswegen, weil "Es ist böse" wie auch die anderen Tatorte aus Frankfurt auf wahren Begebenheiten basiert. Dennoch ist auch dieser Tatort nicht ganz frei von Logik-Fehlern und der einen oder anderen allzu überraschenden Wendung.

Bester Auftritt

Alleine, weil sie dem Tatort inzwischen den Rücken gekehrt hat, muss an dieser Stelle noch einmal Nina Kunzendorf gefeiert werden. In "Es ist böse", ihrem dritten Einsatz als Conny Mey, rundet sie ihre grelle Figur mit ein paar dunklen Seiten in gewissem Sinne ab, auch das Verhältnis zu Frank Steier etabliert sich immer mehr. Kunzendorfs Ausstieg nach nur fünf Filmen ist ein herber Verlust für den Tatort!

Was muss man sich merken?

Der schmierige Erik Seidel bleibt zum Glück eine Eintagsfliege, ansonsten lernen Steier und Mey so langsam, was sie aneinander haben und entwickeln eine professionelle Hass-Liebe. Und weil dieser Tatort bekanntlich eine Wiederholung ist, wissen wir schon, dass sich Conny Mey in beeindruckender Weise weiterentwickelt – leider gab es danach nur noch zwei weitere Auftritte bis zu ihrem Ausstieg.

Was hat TatortWatch zu bemängeln?

Eigentlich ist "Es ist böse" gefundenes Fressen für die selbsternannten Wächter. Mit reihenweise Alleingängen, korrupten Polizisten und fehlender professioneller Distanz schlagen Steier und Mey dieses Mal ausgiebig über die Stränge. Doch TatortWatch hat angekündigt, bei den Sommerpausen-Wiederholungen nicht twittern zu wollen.

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