Tatort Erfurt nach nur zwei Fällen abgesetzt

Kein weiterer Fall für Friedrich Mücke, Alina Levshin und Benjamin Kramme am Tatort Erfurt.

© MDR/Marcus Goldhahn

Kein weiterer Fall für Friedrich Mücke, Alina Levshin und Benjamin Kramme am Tatort Erfurt.
07.01.2015 · von

Es sollte ein junger, frischer Tatort sein: Der MDR hatte mit seinen jungen Erfurter Kommissaren ein ehrenwertes und ehrgeiziges Ziel im Kopf. Doch nach nur zwei Filmen kam jetzt das Aus. Wie der MDR gestern Abend gegenüber "bild.de" bestätigte, wird der Tatort Erfurt nicht fortgesetzt. "Der Maulwurf", der am 21. Dezember lief, ist damit der letzte Fall aus der thüringischen Hauptstadt, weitere Fälle waren noch nicht in Arbeit.

Mücke und Levshin wollen keinen Erfurt-Tatort mehr drehen

Grund für das schnelle Aus: Zwei der drei Hauptdarsteller haben das Handtuch geworfen. "Friedrich Mücke und Alina Levshin haben sich entschieden, sich von ihren Reihenrollen zu verabschieden", sagte MDR-Sprecherin Susanne Odenthal gegenüber "bild.de". "Wir bedauern das sehr, auch wenn wir die Entscheidung der Schauspieler natürlich respektieren. Damit verabschieden wir uns nicht nur von wunderbaren Schauspielerpersönlichkeiten, sondern in der Folge auch von der Idee des Erfurter Ermittler-Trios."

Im Klartext: Auch die Schauspieler waren mit dem Erfurt-Tatort bislang nicht zufrieden, offenbar gab es auch keine Aussicht darauf, dass der für 2015 geplante dritte Fall die Wende bringen könnte. Bereits kurz nach der Ausstrahlung des zweiten Falles hatte Alina Levshin in einem Interview eingeräumt, die Tragweite einer dauerhaften Rolle im Tatort unterschätzt zu haben.

 

Die drei Kommissare Henry Funck (Friedrich Mücke), Maik Schaffert (Benjamin Kramme) und Johanna Grewel (Alina Levshin) waren bei ihrem Debüt "Kalter Engel" Ende 2013 vor allem durch einen hohen Verbrauch an Energy-Drinks und die exzessive Verwendung von "Alter!"- und "Krass!"-Ausrufen aufgefallen. Im zweiten Fall "Der Maulwurf" wurde das besser, doch Story und Dialoge waren noch immer schwach. Dementsprechend hagelte es Verrisse und spöttische Kommentare bei Twitter.

Wird der Görlitz-Krimi zum Tatort?

Ob es einen Nachfolger geben wird, steht derzeit noch nicht fest. Der MDR ist neben Erfurt auch für den erfolgreichen Tatort Weimar zuständig, der aber nur von Fall zu Fall fortgesetzt wird. Außerdem wird 2015 ein neues Team in Dresden seinen Dienst antreten, nachdem Simone Thomalla und Martin Wuttke in Leipzig ebenfalls in Rente geschickt wurden. Bei der Ausschreibung für einen neuen Sachsen-Tatort hatte es auch ein Konzept für die Grenzstadt Görlitz gegeben, dass laut ARD außerhalb der Tatort-Reihe umgesetzt werden soll. Möglicherweise wird dieses Setting nun nachträglich zum Tatort geadelt, doch das ist bislang nur Spekulation.

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