Tatort aus Erfurt bekommt "Saure Gurke" wegen Frauenfeindlichkeit

Der Erfurt-Tatort "Kalter Engel" wurde als frauenfeindlich bezeichnet und bekam deswegen die "Saure Gurke".

© MDR/Marcus Goldhahn

Der Erfurt-Tatort "Kalter Engel" wurde als frauenfeindlich bezeichnet und bekam deswegen die "Saure Gurke".
11.11.2013 · von

Die Medienfrauen in ARD, ZDF und ORF haben dem ersten Erfurt-Tatort "Kalter Engel" jetzt den Preis "Saure Gurke" verliehen. Das ist keineswegs eine Auszeichnung, sondern kritisiert die Darstellung von Frauen.

"Wir treffen auf Frauenrollen, die wir in 40 Jahren 'Tatort' kennen und lieben gelernt haben: Die Heilige, die Hure, die herrische Vorgesetzte und ein Mordopfer, das selbst schuld ist", schreibt die Jury der "Sauren Gurke". In "Kalter Engel" sind damit Praktikantin Johanna Grewel (Alina Levshin), Kriminaldirektorin Fritzenberger (Kirsten Block) sowie die Studentinnen gemeint. Das bedeutet im Klartext: Während Grewel von den männlichen Ermittlern nicht ernst genommen wird und sich blöde Sprüche anhören muss, beherrscht die Vorgesetzte ihr Team nach Gutsherrenart. Die attraktive Studentin verdient sich als Callgirl etwas dazu, das Mauerblümchen hingegen tötet aus Eifersucht.

Zugegeben, im ersten Tatort aus der thüringischen Hauptstadt waren einige Figuren (nicht nur weibliche!) ein wenig holzschnittartig inszeniert. Ob man dabei gleich Frauenfeindlichkeit unterstellen muss, sei aber mal dahingestellt. Vom zuständigen MDR kam eine süffisante Antwort: "Uns erstaunt das eher. Möglicherweise hat sich der Jury das Drehbuch nicht erschlossen."

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