Tatort "Angezählt": Harte Bilder, tolle Bibi

Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) suchen im Wien-Tatort "Angezählt" den Mörder einer Zwangsprostituierten.

@rbb/ORF/Petro Domenigg

Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser) suchen im Wien-Tatort "Angezählt" den Mörder einer Zwangsprostituierten.

Bibi Fellner (Adele Neuhauser) erfährt den Namen des Opfers - sie kannte die junge Frau.

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Bibi Fellner (Adele Neuhauser) erfährt den Namen des Opfers - sie kannte die junge Frau.

Die Polizei kann einen ersten Verdächtigen verhaften, doch der war es nicht.

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Die Polizei kann einen ersten Verdächtigen verhaften, doch der war es nicht.

Ilhan Aziz (Murathan Muslu) verhält sich gleich sehr unkooperativ.

@rbb/ORF/Petro Domenigg

Ilhan Aziz (Murathan Muslu) verhält sich gleich sehr unkooperativ.

Dann erhält Bibi Fellner die Nachricht vom Tod ihrer Bekannten.

@rbb/ORF/Petro Domenigg

Dann erhält Bibi Fellner die Nachricht vom Tod ihrer Bekannten.

Eisner und Ernst Rauter (Hubert Kramar) versuchen sie wieder auf die Beine zu bekommen.

@rbb/ORF/Petro Domenigg

Eisner und Ernst Rauter (Hubert Kramar) versuchen sie wieder auf die Beine zu bekommen.

Dann erhalten die Ermittler einen Hinweis auf den Täter. Es ist der kleine Ivo (Abdul Kadir Tuncel)...

@rbb/ORF/Petro Domenigg

Dann erhalten die Ermittler einen Hinweis auf den Täter. Es ist der kleine Ivo (Abdul Kadir Tuncel)...

...der einen Zettel bei sich trägt, dass er noch nicht strafmündig sei.

@rbb/ORF/Petro Domenigg

...der einen Zettel bei sich trägt, dass er noch nicht strafmündig sei.

Doch zu wem gehört der Junge. Weiß Nora Radneva (Daniela Golpashin), wer seine Eltern sind?

@rbb/ORF/Petro Domenigg

Doch zu wem gehört der Junge. Weiß Nora Radneva (Daniela Golpashin), wer seine Eltern sind?

Solange alles geklärt ist, kommt Ivo erst einmal bei Bibi Fellner unter.

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Solange alles geklärt ist, kommt Ivo erst einmal bei Bibi Fellner unter.
16.09.2013 · von

Krasse Bilder und eine engagierte Bibi Fellner machten den Tatort "Angezählt" gestern abend nicht unbedingt zu einer seichten Unterhaltung. Doch die ambitionierte Geschichte holte mit 9,43 Millionen Zuschauern und 27,5 % Marktanteil (14-49: 2,98 Mio., 21,7 %) wie gewohnt den Sieg im Quoten-Rennen.

"Angezählt" war vor allem ein großer Auftritt für Adele Neuhauser als Bibi Fellner. Sowohl beruflich als auch privat wird die toughe Ermittlerin von ihrer Vergangenheit eingeholt und stellt sich mit vollem Einsatz der Herausforderung. Auch wenn zu viel Privates nicht immer gut ankommt, die Figur Bibi ist durch diesen Wien-Tatort abgerundet, tiefer und schlüssiger geworden. Durch die zahlreichen Interviews im Vorfeld ahnt der Zuschauer, dass Adele Neuhauser auch viel persönliche Erfahrung in diesen Auftritt hereingelegt hat. Wünschenswert wäre nun, die gewachsene Bibi auch in Zukunft weiter ihren Weg gehen zu lassen. Nicht immer so präsent und zentral wie in "Angezählt", doch immer wieder mit kleinen Schlaglichtern.

Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) stand dabei ein wenig abseits des Rampenlichtes, doch auch er machte eine gute Figur. Unvergleichlich die wienerisch-zynischen Dialoge mit rekordverdächtig unsympathischen Schläger-Zuhältern. Gleichzeitig brachte Eisner immer wieder die Kollegin, die stets am Rande des Zusammenbruchs agierte, zur Ruhe.

Die Geschichte indes wirkte streckenweise ein wenig bemüht. So wichtig es ist, das Elend der Zwangsprostituierten in Wien (und vermutlich auch anderswo) ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, so simpel war die Story an einigen Stellen gestrickt. Auch wenn die Zusammenhänge relativ schnell deutlich wurden, brauchte es wie immer den einen oder anderen arg unrealistischen Zufall, um am Ende alle Stränge zu einem Ende zu führen. War man in der ersten Hälfte noch vom Thema und den drastischen Bildern gefesselt, so war der zweite Teil dann - abgesehen von Bibi Fellner - ein routiniertes Zu-Ende-Ermitteln-lassen.

Verbrannte Haut zur Essens-Zeit

Überhaupt die Bilder: Nicht zum ersten Mal sah man im Wiener Tatort mehr Gewalt, Blut und drastische Szenen, als beim Tatort sonst üblich. Dabei hatten die Bilder in "Angezählt" eine deutlich andere Qualität als kinotaugliche Nick-Tschiller-Action. Ob man aber in den ersten 15 Minuten (wo bei vielen Tatort-Guckern noch das Essen auf dem Tisch steht) riesige Flecken verbrannter Haut in Nahaufnahme zeigen muss, ist mehr als fraglich.

Unterm Strich also ein Tatort mit starken Einzelleistungen, der aber keinesfalls so herausragend war, wie an vielen Stellen im Vorfeld behauptet. Auch die Resonanz bei Twitter fiel weitgehend wohlwollend, aber nicht allzu euphorisch aus. Auch wenn das Thema alles andere als humorvoll war, lockerten die Wiener Dialoge den Tatort ein wenig auf.

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