Tatort an der Uni – Große Tagung in Göttingen

Die Autos der Tatort-Kommissare, die gesllschaftliche Bedeutung der Reihe und die obligatorische Leichenschau - nur drei der Tagungs-Themen in Göttingen.

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Die Autos der Tatort-Kommissare, die gesllschaftliche Bedeutung der Reihe und die obligatorische Leichenschau - nur drei der Tagungs-Themen in Göttingen.
13.06.2013 · von

Der Tatort ist mehr als Unterhaltung, er ist ein Stück weit Spiegel der deutschen Kultur. Nicht zum ersten Mal beschäftigen sich deswegen Wissenschaftler bei einer Tagung in Göttingen mit der Reihe.

Nur wenige TV-Erzeugnisse werden von Forschern zum Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten auserkoren. Filmen und Serien, denen diese Ehre zuteilwurde oder -wird, erhalten damit den Ritterschlag, dass sie aus der großen Masse herausstechen – sei es handwerklich, inhaltlich oder in ihrer Wirkung und Bedeutung. Dass der Tatort weit mehr ist als nur eine x-beliebige Krimireihe, dürfte schon lange unbestritten sein. Eine internationale Tagung an der Uni Göttingen betrachtet die Reihe nun aus diversen Perspektiven.

Unter dem Titel "Zwischen Serie und Werk – Die ARD-Reihe Tatort im fernseh- und gesellschaftlichen Kontext" werden vom 20. Bis zum 22. Juni insgesamt 18 Vorträge gehalten. Dabei gibt es drei Sektionen: "Der Tatort als Reflexionsmedium der Gesellschaft(-sgeschichte)", "Zur Logik des öffentliche-rechtlichen Fernsehkrimis in der Prime Time" und "Tatort als Werk/Quality TV/Internationaler Vergleich". Die Themen der einzelnen Vorträge sind dabei weit gestreut und klingen auch für Nicht-Medienwissenschaftler durchaus interessant. Von den Autos der Kommissare über das Element der Leichenschau bis hin zur Veränderung der Täterprofile in 40 Jahren Tatort – nahezu kein Aspekt bleibt unbeleuchtet.

Auf der Website der Uni Göttingen gibt es alle Infos zur Tagung und den Vorträgen. Ort des Geschehens ist der Vortragsraum der Paulinerkirche, los geht es am 20. Juni um 14:00 Uhr. Eine Anmeldung ist laut Uni-Information nicht notwendig.

Alle Vorträge in der Übersicht:

Sektion 1: Tatort als Reflexionsmedium der Gesellschaft(-sgeschichte)

François Werner (Mannheim):
Mehr als Zahlen, Daten, Fakten. Ein Rückblick auf über 40 Jahre ‚Tatort‘

Thomas Weber (Universität Hamburg):
Die ‚Tatort‘-Reihe als kommunikative Figuration. Figurenprofile der Protagonisten im Wandel der Zeit

Carsten Heinze (Universität Hamburg):
Filmsoziologische Perspektiven auf das Phänomen ‚Tatort‘

Hendrik Buhl (Universität Lüneburg):
Zwischen Fakten und Fiktionen. Brisante Themen in der Krimireihe ‚Tatort‘

Joan K. Bleicher (Universität Hamburg):
Der ‚Tatort‘ als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen am Beispiel der Veränderung von Täterprofilen

Stephan Völlmicke (Universität Münster):
40 Jahre Leichenshow-Leichenschau. Die Inszenierung des Todes im ‚Tatort‘ und der soziale Umgang mit Sterben und Tod

Rolf Parr (Universität Bielefeld):
Vehikel, Symbol, Mittel zur Raumerkundung. Das Auto als interdiskursives Element in der ARD-Reihe ‚Tatort‘

Sektion 2: Zur Logik des öffentlich-rechtlichen Fernsehkrimis in der Prime Time

Melanie Wolber (SWR Baden-Baden):
Entscheidungsprozesse in der Redaktion

Regina Bendix / Christine Hämmerling (Universität Göttingen):
Autoren und Rezipienten. Zu einem distanzierten Verhältnis

Andreas Blödorn (Universität Münster):
Raum als Metapher. Exemplarisches und Exzentrisches am Beispiel des ‚Tatort‘ Münster

Thomas Klein (Universität Mainz):
Das Komische als serielle Dysfunktionalität im ‚Tatort‘ Münster

Tina Welke (Universität Wien):
Erzählung über einen Transformationsprozess. Der MDR-‚Tatort‘ als Kunde aus dem Osten der vereinigten Republik

Sebastian Scholz (University of Amsterdam):
Serialisierte Singularität. Zum Ort der Reihe im ‚Neuen Fernsehen‘

Sektion 3: Tatort als Werk / ‚Quality TV’ /internationaler Vergleich

Hans Krah (Universität Passau):
Liebe, Sex, Tod. Filmdramaturgie vs. Reihennarration im ‚Tatort‘ der 1990er Jahre

Bärbel Göbel Stolz (University of Kansas):
Format Bibel, Politik und die Frage der Qualität. ‚Tatort‘ im Wandel

Moritz Baßler (Universität Münster):
Bewohnbare Strukturen und der Bedeutungsverlust des Narrativs. Überlegungen zur Serialität am Gegenwarts-‚Tatort‘

Dennis Gräf (Universität Passau):
Der ‚Tatort‘ und die Wertevermittlung im öffentlichrechtlichen Fernsehen

Julika Griem (Goethe-Universität Frankfurt/M.):
Das Ganze des Serien-Werks. ‚Tatort‘ und ‚The Wire‘ im Vergleich

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