Studie betrachtet die Darstellung der Wirtschaft im Tatort

Tote Manager zwischen Weingläsern und Wertpapieren - nicht immer kommt die Wirtschaft im Tatort so schlecht weg.

© WDR/Michael Böhme

Tote Manager zwischen Weingläsern und Wertpapieren - nicht immer kommt die Wirtschaft im Tatort so schlecht weg.
10.10.2013 · von

Immer mehr Wissenschaftler entdecken den Tatort als mediales Abbild der Wirklichkeit und Spiegel des Selbstbildes der Deutschen. Nachdem es im letzten Jahr bereits eine ganze Tagung zum Thema Tatort gegeben hat, bringt die Hamburg Media School nun eine Studie heraus, die das Bild der Wirtschaft im Tatort untersucht.

Bislang wurde Wirtschaft im Fernsehen vor allem auf Informations-Sendungen und Dokumentationen beschränkt. Zum ersten Mal werden in der Studie "Wirtschaftsbilder in der Fernsehunterhaltung" nun auch fiktionale Stoffe im Hinblick auf ihre Darstellung der Wirtschaft unter die Lupe genommen. Neben dem Tatort wurde auch die RTL-Soap "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" untersucht. Diese beiden Sendungen wurden ausgewählt, weil sie gleichermaßen populär, aber inhaltlich und formal vollkommen verschieden seien, heißt es in einer Pressemeldung.

Tatort nimmt kritisch-investigative Position ein

Laut der Studie ist die Wirtschaft im Tatort mit einer Vielzahl von Branchen und Unternehmens-Arten präsent. Im Vordergrund stehen jedoch in der Regel "kriminelle Praktiken von Unternehmern und Managern". So nimmt der Tatort häufig eine "kritisch-investigative" Position ein und thematisiert Missstände. Die agierenden Personen streben häufig nach Ansehen, Macht und Geld, dafür sind sie auch bereit, auf Familie oder Vergnügen zu verzichten. Bei GZSZ hingegen wollen sich die Figuren in erster Linie selbst verwirklichen, der Beruf steht dabei nicht im Widerspruch zu Freundschaft und Freizeit.

Die Studie wurde durchgeführt von Prof. Dr. Oliver Castendyk (Hamburg Media School) und von Dr. Udo Michael Krüger (Institut für empirische Medienforschung) im Auftrag des Gemeinschaftsausschusses der Deutschen Gewerblichen Gesellschaft. Sie erscheint am 23. Oktober im Tectumverlag.

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