Tatort Wiesbaden

Tatort Wiesbaden
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Fakten zum Tatort Wiesbaden

Ermittler: Felix Murot
Nebenfiguren: Magda Wächter
Drehort seit: 2010
Folgen bisher: 6

Mit Ulrich Tukur als Felix Murot hat der Tatort aus Hessen einen ungewöhnlichen Ermittler an Bord geholt: einen eigenbrötlerischen Kommissar mit Gehirntumor. Das spiegelt sich auch in den Fällen, in denen Murot für das Landeskriminalamt Hessen in Wiesbaden unterwegs ist. Der Tatort bekommt mit ihm ein sehr zerbrechliches Gesicht.

Im Herzen ein Musiker

Die Beamtenlaufbahn hatte Kriminalhauptkommissar Felix Murot vom LKA Hessen nie einschlagen wollen. Als Jugendlicher träumte er von einer Karriere als Musiker. Als er in der Tatort Folge "Wie einst Lilly" seinen Jugendfreund Matz Roloff trifft, spricht ihn dieser darauf an: „Wolltest du nicht mal Orgelspieler werden?“ - „Pianist“, antwortet Murot. Auch heute fällt es dem Ende der 50er-Jahre Geborenen schwer, an einem Klavier vorbeizugehen, ohne wenigstens ein paar Takte darauf zu spielen.

RAF als Weichenstellung

Der Pastorensohn landete zunächst beim BKA. Bei der Untersuchung eines Anschlags auf einen führenden Industriellen entfernte er sich zu weit von der offiziellen Sichtweise und wurde von seinem Chef Paul Krafft in die Schranken gewiesen. Der Terror hat den Staat gestärkt, so Krafft heute. Diese Rolle zu hinterfragen, wie Murot es getan hat, war wenig opportun. Er verließ daraufhin die Stelle und landete beim Landeskriminalamt Hessen mit Sitz Wiesbaden. Ein Querdenker ist er noch immer.

Ein Tumor namens Lilly

Als sich Murot wegen lang anhaltender Kopfschmerzen untersuchen lässt, wird bei ihm ein haselnussgroßer Tumor im Gehirn festgestellt, gleich neben dem Erinnerungszentrum. Dies führt zu einer Veränderung seiner Wahrnehmung, teilweise zu Aussetzern surrealen Ausmaßes. Nachdem er zunächst versucht, das Neoplasma als gutartig abzutun, beginnt er, mit ihm zu reden: „Wenn es mit mir zu Ende geht, ist es auch für dich vorbei.“ Er gibt ihm den Namen seiner Jugendfreundin Lilly. So wie man Wirbelstürmen einen Namen gibt, erklärt er seiner Sekretärin Magda Wächter (Barbara Philipp). Selbstironie gehört zu seinen Stärken. Inzwischen ist Murot vom Tumor geheilt, die Erfahrung prägt den Kommissar jedoch noch immer.

Eine Limousine als Dienstfahrzeug

Ein Tumor verändert alles. Kurz denkt Murot darüber nach, sich das Leben zu nehmen und lässt bei einer nächtlichen Autobahnfahrt das Steuer los. Am nächsten Tag beschließt er, sich einen Traum zu verwirklichen. Er verkauft sein altes Fahrzeug und leistet sich einen NSU RO 80, eine Limousine, die von 1967 bis 1977 produziert wurde. Sie wird seine Lebensversicherung, sagt er, denn diesen Schatz wird er sicher nicht zu Schrott fahren.

Der einsame Wolf und seine Sekretärin

Ulrich Tukur alias Felix Murot gibt im Wiesbadener Tatort aus Hessen einen alternden Junggesellen, der nur wenige an sich heranlässt. Seine einzige Vertraute ist seine Sekretärin Wächter, die seit Beginn seiner Zeit beim LKA Hessen in Wiesbaden für ihn arbeitet. Ihr erzählt er vom Tumor und sie gibt ihm daraufhin ein Diktiergerät als Gedächtnisstütze. Das ist ihre praktische Ader. Überhaupt hält sie ihm in Wiesbaden den Rücken frei und kümmert sich weit über das in ihrem Stellenprofil umrissene Maß um ihn. Sie hat kein Problem damit, wenn er die offiziellen Wege der Informationsbeschaffung verlässt oder sie darum bittet, dies zu tun.

Ulrich Tukur ist Felix Murot

Eigentlich wollte Ulrich Tukur nie einen Kommissar spielen. Denn die Ermittler des Tatorts erschienen ihm häufig als zu eindimensional. Die Rolle des Verbrechers wirkte da viel dankbarer auf ihn. So gab Tukur 2003 in der in Hessen produzierten Folge „Das Böse“ des Tatorts erst einmal einen Serienmörder, bevor er sich 2008 bei einem ausführlichen Arbeitsessen dazu überreden ließ, einen eigenen Wiesbadener Kommissar mitzuentwickeln. Wenn überhaupt, so Tukurs Argument, dann nur eine Rolle, die so spannend, widersprüchlich und abgründig ist, dass sie nicht hinter den zu lösenden Fällen verschwindet.

Das ist Tukur gelungen. Und er verkörpert Murot kongenial. Gleich für den ersten Wiesbadener Tatort mit ihm als Kommissar erhielt er die "Goldene Kamera" als Bester Deutscher Schauspieler.

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